Frühere regenrote Werke

Beim durchstöbern alter Dinge von mir fand ich ein paar Gedichte wieder…. früher habe ich sehr viel geschrieben, hauptsächlich Lyrik und Kurzgeschichten, es gab sogar eine eigene Homepage mit extravagantem Design dafür. Die Daten entsprechen der Veröffentlichung, kann gut sein, dass einige älter sind.
Eine kleine Auswahl.

*

Versuchung
(2004)

Sonnennacht erklimmt den Berg
Ungelebter Eitelkeit,
Scheint ein letztes Mal zu Boden,
Fliegt zum Himmel weit hinauf.
Leise besingen graue Vögel
Ihren Fall in weite Ferne,
Schreien heiser ihre Lieder
Langgeliebter Kuckucksträume.
Ach! Wie einsam scheint die zarte,
Schwebende Vergangenheit…
Verschwunden fast am Horizont,
Zieht sie ihre ew’ge Bahn.
Sonnennacht trifft blasse, fahle,
Sündenhafte Morgenröte,
Bricht das Rückgrat ihr im Schlaf,
Verirrt sich sanft im letzten Kusse.

*

Requiem
(2005)

Kein Raum, kein Traum für Vergangenes,
Der Schnee bedeckt die Blätter
Silbergrauer Trauerweiden.
Kristalle sinken in die Tiefe,
Ersticken jeden Laut.
Der Wind fährt durchs Geäst,
Flüstert leise Worte
Der Trauer
In Dein Ohr.
Komm zurück
Aus dem Land der Stille,
Komm zurück,
Zurück ins Licht…

*

Verblassend’ Lichter Glanz
(2006)

Das Licht versteckt sich
Hinter großen Wolken.
Erblasst,
Erstirbt
In fahlem Grau.
Der rote Glanz
Längst vergangener Zeiten
Verschwindet heimlich,
Leise,
Fast unsichtbar,
Hinter dem Horizont
Der Dinge.
Der Stand selbiger ist ungewiss,
Unsicher,
Entrückt sternengleich
Dem Blick der Welt.
Jene,
Welche man vergaß,
Sitzen noch immer dort.
Im Schimmer einer Seifenblase
Lauschen sie dem Herbst.

*

Die Braut
(2004)

Sie stand am Fenster, allein.
Fantasierte von der Vergangenheit, glücklichen Tagen und Seifenblasenträumen. Die Zeit schien vergessen, das Hier und Jetzt nicht existent. Noch immer trug sie ihr blauglänzendes Kleid und den zarten Schleier, der in sanften Wogen über ihr schwarzes Haar fiel. Behutsam wischte sie die Spinnweben beiseite. Kleine Tierchen krabbelten über ihren Arm, als sie das Glas weiter von den Spuren verwehter Augenblicke befreite. Ein Schauder ließ ihre Haut erbeben, als ein seidener Faden ihre Wange streichelte.
>Nicht der Himmel scheint so grau, denn die Lüge färbt ihn blau, so blau…< hub sie an zu singen. Leise bahnten sich die Töne ihren Weg durch die Einsamkeit. Rapunzelgleich stand sie da und wartete auf den Prinzen, der ihre Worte hören möge. Oh käme er doch bald…

 

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Habla con ella

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