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Da überraschenderweise meine Spinnengeschichtchen Anklang fanden, muss ich wohl noch ein paar Nachträge machen.
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Mittlerweile haben wir Hugo Nummer 7 aus der Badewanne entfernt. Mein Lachen könnt ihr euch sicher vorstellen.
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Es ist noch eine dritte Spinne ins Schlafzimmer eingezogen.
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Bernd und Paul (*heul*) haben wir nun doch hinausgeworfen. Das mit Paul war nicht beabsichtigt… Die dritte Spinne war aber verdammt frech, hat sich nicht um meinen Protest gekümmert und auch ignoriert, dass ich ihr Netz zerstört hab, als sie noch drin saß. Im Bett will ich die Viecher dann doch nicht haben.
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Eigentlich wollte ich Nummer 3 gerade einen Namen geben, aber mir wurde eben berichtet, dass er gestern auch raussegelte, weil er den Vorhang in Beschlag genommen hatte.
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Aber wer wohnt jetzt in meiner Lampe?!?

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Ok, legen wir fest, dass er eine sie ist und nennen sie… ähm… Octavia!
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Nachtrag
Man sieht, dass es Herbst wird. Wir können die Viecher anscheinend evakuieren, wie wir wollen, es kommen scheinbar stündlich mehr. Wir haben schon wieder 1 oder 2 neue entdeckt, eine weitere wurde entfernt *seufz*. Langsam wird es doch ein wenig zu viel, nachdem wir 2 Jahre mit ihnen in friedlicher Koexistenz gelebt haben.
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Unsere Badewanne ist ein mystischer Ort.
Man mag meinen, dass sich in gewöhnlichen deutschen Badewannen nicht mehr als ein paar Staubflöckchen, Haare und hin und wieder sogar – aber nur gerüchteweise! – Wasser befindet. Ein fataler Irrtum, wie sich in den letzten Monaten herausstellte.
Allein in diesem Sommer begab es sich fünf Mal, dass einer von uns aufstand, schlaftrunken ins Bad torkelte und sich „Ach der schon wieder!“ dachte. „Der“ sind eigentlich „die“ und fliegen regelmäßig aus dem zweiten Stock. Genützt hat es bisher nichts und ich bin mir sicher, dass schon bald wieder einer von uns „Hugo ist schon wieder da“ zum anderen sagen wird. Gegenkommentar wird wahrscheinlich ein gelangweiltes „ach“ oder „wirklich?“ sein.
Moment, Hugo?!
Badewanne?!
Aus dem zweiten Stock werfen?!
Hugo ist der Prototyp der Spinnen, die uns häufig morgens treuherzig aus der Badewanne anschauen. Hugos sind Weberknechte oder ähnlich niedliche Langbeinchen. Aber nein, hier hört der Wahnsinn noch nicht auf, wir haben noch mehr von der Sorte.
Unsere erste Spinne, die kurz nach dem Einzug vor zwei Jahren auftauchte, hört auf den Namen Stephan. Ich habe das offizielle Verbot, Stephan zu entsorgen. Wahrscheinlich gilt das auch für den Fall, dass Stephan stirbt. Unser Urspinnerich lebt unter der Heizung (rechts) in der Küche. Wenn er denn noch lebt. Ich bin in jedem Fall unschuldig.
Als nächstes kam Paul, mein besonderer Freund. Als wir unser Bett noch an der Heizung stehen hatten, befürchtete ich jede Nacht, mein Kissen mit ihm teilen zu müssen, da es immer auf geheimnisvolle Weise in seine Richtung driftete. Paul ist auch eine in der rechten Ecke unter der Heizung lebende Spinne wie Stephan. Manchmal krabbelt er auch einen halben Meter in Richtung der jetzigen Kopfposition des Bettes, aber anscheinend lohnt sich die Sache nicht genug, um den coolen Heizungsplatz aufzugeben.
Zwischenzeitlich tauchte im Flur ein Kommilitone unserer Mitbewohner auf, wie der hieß, hab ich aber vergessen, da er sehr schnell starb. Und noch lange unter der Decke rumhing. Scary.
Unser vorletzter Dauerzugang ist Bernd, die Deprispinne. Bernd haust in der Ecke zwei Meter über Paul und starrt unsere wunderschöne weiße Raufasertapete an. Jeden Tag. Es muss ihn wohl glücklich machen. Nur wenn er sich umdreht, wird es gefährlich fröhlich, dort hängt nämlich auch ein leuchtend grünes Netzregal.
Der Grund, warum auch Paul und Bernd zu Namen kamen, ist Hein. Da das Verhältnis von dauerhaft hier lebenden Spinnen zu dauerhaft hier lebenden Menschen mittlerweile 5:2 beträgt, wäre es unfair, wenn nur die Oldies Namen erhielten. Hein hat sich sein Heim – wie sollte es anders sein – an der Heizung eingerichtet. Ja, richtig, rechts. Allerdings oben. So kann er auch besser auf die Toilette schauen… ähem. Was Hein hier eigentlich will, ist mir nicht ganz klar, aber wir haben uns dafür entschieden, alle standorttreuen Spinnen zu behalten. Zumindest, wenn sie Langbeine sind, diese kleinen fiesen dicken Wusel werden wohl das Hugoschicksal erleiden müssen.
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Das Alpha- und das Betatierchen sind zur Zeit äußerst agil. Nicht nur, dass sie eine wechselseitige inzestuöse homoerotische Beziehung pflegen und gelegentlich kurz mich anbalzen, sie unternehmen auch Ausflüge ins nahe Umland.
Erst diese Woche fühlten wir uns in unserem morgendlichen Schlaf durch die beiden Krachmacher noch mehr als sonst gestört. Als meine bessere Hälfte aufstand und um Hilfe rief, wusste ich auch warum. Die Chaoten haben sich nach 1 ½ Jahren das erste Mal aus der Tür getraut (welcher Idiot hat die eigentlich offen gelassen?!), sind durch den dunklen Flur geflattert und haben es sich im Bad gemütlich gemacht. Allerdings waren sie zu blöd, den Rückweg zu finden beziehungsweise zu schüchtern, das Stargate noch einmal zu durchqueren, so dass ich morgens 7:30 schon mit dem Vogelkäfig durch die Wohnung düsen durfte.
Gerade eben durchschritt ich die Wohnzimmertür, als etwas Zappeliges auf mich fiel: Alpha. Der zerwuschelte mir meine Frisur, in dem er sich aufs Bergsteigen Kopfsteigen konzentrierte, während ich versuchte, wohlbehalten hinein zu kommen und die Tür zu schließen, ohne dass er auf die grandiose Idee käme, durch ein Fenster zu entfleuchen. Operation geglückt, Haupthaar aufgelockert, Vogel schon wieder damit beschäftigt, seinen Bruder zu ärgern.
Was ich mich aber ernsthaft frage: Warum trampeln sie zur Zeit am Liebsten über meinen offen rumliegenden Bafoegantrag? Ich fühle mich immer hin- und hergerissen zwischen „Weg da!“ und „Jetzt sch… doch endlich drauf!“
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Meine Vögel hassen unseren Besuch.
Vor einigen Tagen sah ich auf dem Dach gegenüber zwei etwas dickere Gestalten. Im Hinterstübchen dachten sich zwei Hirnzellen „Falken, yeah!“ und nötigten mich dazu, mir die 8fach-Zoomkamera zu schnappen und sie zu knipsen. Die Freude war umso größer, als ich im kleinen Fensterchen erkannte, dass es tatsächlich Greifvögel waren (
). Vier Turmfalkenjunge, um genau zu sein.

Heute kam einer der „Gang“ zu einem Plausch mit meinen Kanaries rüber. Allerdings suchten diese ihr Heil darin, wahllos gegen die Scheibe zu fliegen (wie der Kleine draußen übrigens auch), hinter der der Feind a.k.a. Besuch wartete.

Ein Glück habe ich überall Kameras stehen und so konnte ich Falke jr. noch einmal aus der Nähe betrachten. Nur kann ich mich leider nicht entscheiden, was besser ist: sich extrem über den Besuch freuen oder meine traumatisierten Babys trösten…

Das war vermutlich der Moment, als er aufs Fensterbrett gekleckert hat…
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Die, die mich kennen, werden jetzt andächtig nicken und dabei den zweiten unterschlagen.
Na danke.
Aus einer Laune heraus überlegte ich mir letztes Jahr, dass Kanarien ein guter Lückenbüßer für Hund und Ratte darstellen könnten, nun habe ich den Salat (wenn sie ihn nicht dauernd fräßen…!).
Alpha ist von Beruf Kamikazeflieger, am Liebsten hüpft er möglichst kopfnah um mich und meinen Freund. Im Moment pendelt er gerade fröhlich zwischen Fernseher und Käfig. Außerdem mag er die Serien Stargate und Andromeda sehr gern. Ich bin mir fast sicher, dass sein infernalisch lauter Gesang in Wirklichkeit ein gekonntes Mitsprechen auf kanarisch ist. Bis auf die Nachrichten ist er sonst dem Fernsehen weniger zugetan.
Sein Brüderchen Beta ist etwas ruhiger. Er sitzt am Liebsten im Käfig oder im Schrank und schläft oder versucht, Alpha zu ärgern. Rosen sind seine Lieblingsblumen, egal ob echt oder aus Plastik, unter seinen Krallen sind sie genau richtig.
Abgesehen von ihren Prügeleien teilen sie nur ein Hobby: Das Zerpflücken von Küchenpapier. Alpha findet die Fetzen übrigens in der Wasserschale am Dekorativsten. Zur Not gehen aber auch die Futterschale (die man auch anknabbern kann) oder der Fußboden. Hauptsache, man kann mit ihnen Flugstunden abhalten.
Meinen Schreibtisch mögen sie gar nicht, den meines Freundes oder die Couch dafür um so mehr. Was sie allerdings am Türrahmen finden, ist mir ein Rätsel. Ob Alpha es für ein Stargate hält? Könnte erklären, warum er Beta immer zu sich pfeift, wenn er den Platz wechselt…
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