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Teil 1: Microsofts Entertainpaket I
Alle Beispiele dieser Seite resultierten daraus, dass das Wort kleingeschrieben war…
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| Korrekturvorschlag | Originalwort | Huch?!. | ||
| Familienarbehit | Familienarbeit | Versteht irgendjemand, was das sein soll? . |
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| Bimsungschance | Bildungschance | Fußpfleger werden sich freuen… . |
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| Kenntnissee | Kenntnisse | Sehr poetisch… . |
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| Bildungsbenachtheiligung. Bieldungsbenachteiligung. bildungsbenachteiligjung |
Bildungsbenachteiligung. | Stille Nacht, heilige Nacht…? . Firefox fragt, ob es „Männerbenachteiligung“ sein kann. Ich denke da eher an Bielefeld. „-jung“ ist die generelle Lösung für alle aus Versehen kleingeschriebenen Wörter |
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| mang | Mann | -ohne Worte- . |
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| freiheil. freiheiß. freiweit |
Freiheit | „Freiheil!“ schrie der Fuchs und fraß den letzten Nazi. . |
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| bedürfnasse | Bedürfnisse | …das war also das Wort, das „Feuchtgebiete“ fehlt! . |
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| Rehflexion | Reflexion | Ich wusste gar nicht, dass man Rehe beugen kann. . |
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Beim durchstöbern alter Dinge von mir fand ich ein paar Gedichte wieder…. früher habe ich sehr viel geschrieben, hauptsächlich Lyrik und Kurzgeschichten, es gab sogar eine eigene Homepage mit extravagantem Design dafür. Die Daten entsprechen der Veröffentlichung, kann gut sein, dass einige älter sind.
Eine kleine Auswahl.
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Versuchung
(2004)
Sonnennacht erklimmt den Berg
Ungelebter Eitelkeit,
Scheint ein letztes Mal zu Boden,
Fliegt zum Himmel weit hinauf.
Leise besingen graue Vögel
Ihren Fall in weite Ferne,
Schreien heiser ihre Lieder
Langgeliebter Kuckucksträume.
Ach! Wie einsam scheint die zarte,
Schwebende Vergangenheit…
Verschwunden fast am Horizont,
Zieht sie ihre ew’ge Bahn.
Sonnennacht trifft blasse, fahle,
Sündenhafte Morgenröte,
Bricht das Rückgrat ihr im Schlaf,
Verirrt sich sanft im letzten Kusse.
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Requiem
(2005)
Kein Raum, kein Traum für Vergangenes,
Der Schnee bedeckt die Blätter
Silbergrauer Trauerweiden.
Kristalle sinken in die Tiefe,
Ersticken jeden Laut.
Der Wind fährt durchs Geäst,
Flüstert leise Worte
Der Trauer
In Dein Ohr.
Komm zurück
Aus dem Land der Stille,
Komm zurück,
Zurück ins Licht…
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Verblassend’ Lichter Glanz
(2006)
Das Licht versteckt sich
Hinter großen Wolken.
Erblasst,
Erstirbt
In fahlem Grau.
Der rote Glanz
Längst vergangener Zeiten
Verschwindet heimlich,
Leise,
Fast unsichtbar,
Hinter dem Horizont
Der Dinge.
Der Stand selbiger ist ungewiss,
Unsicher,
Entrückt sternengleich
Dem Blick der Welt.
Jene,
Welche man vergaß,
Sitzen noch immer dort.
Im Schimmer einer Seifenblase
Lauschen sie dem Herbst.
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Die Braut
(2004)
Sie stand am Fenster, allein.
Fantasierte von der Vergangenheit, glücklichen Tagen und Seifenblasenträumen. Die Zeit schien vergessen, das Hier und Jetzt nicht existent. Noch immer trug sie ihr blauglänzendes Kleid und den zarten Schleier, der in sanften Wogen über ihr schwarzes Haar fiel. Behutsam wischte sie die Spinnweben beiseite. Kleine Tierchen krabbelten über ihren Arm, als sie das Glas weiter von den Spuren verwehter Augenblicke befreite. Ein Schauder ließ ihre Haut erbeben, als ein seidener Faden ihre Wange streichelte.
>Nicht der Himmel scheint so grau, denn die Lüge färbt ihn blau, so blau…< hub sie an zu singen. Leise bahnten sich die Töne ihren Weg durch die Einsamkeit. Rapunzelgleich stand sie da und wartete auf den Prinzen, der ihre Worte hören möge. Oh käme er doch bald…
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Da ich relativ oft mit Texten arbeite, die noch auf die ein oder andere Art umgeformt werden müssen, freue ich mich immer wieder über das WORDinterne Unterhaltungsprogramm made by Microsoft.
Stellt euch am besten vor, wie die Wörter sich in einem echten Text machen würden.
Einige davon sind herrlich antiquiert, andere lächerlich absurd (selbst für ein PC-Programm!), manche nicht einmal existent.
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| Originalwort
. |
….. | Korrekturvorschlag oder Synonym
. |
….. | Huch?! . . |
| zudem
. |
beigesellig
. |
„Beigesellig wirkt sich dies so und so aus…“?!
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| metakognitiv
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megakognitiv; mettkognitiv
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Ist Dieter Bohlen megakognitiv? Bin ich mettkognitiv, wenn mein Hirn durch den Fleischwolf gewandert ist? |
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Da ich die Deutschsektion aus Regenrot ausgegliedert und in diesen Blog gefügt habe, könnte ihr ab sofort das, was euch an den Ergüssen euer Mitmenschen nervt, via Kommentar hier untersetzen. Sollte dies tatsächlich mal jemand tun, werde ich den Teil nach einer Weile in den Blogeintrag ziehen und in den Kommentaren aufräumen.
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(2) Rose:
| Ich habe ein Problem mit der netten, rheinländischen Frage: „Kommst du heute bei mich bei?“, die korrekt „Kommst du heute zu mir?“ heißen sollte. Das weiß nur leider niemand hier. Dieses „bei mich bei“ tut doch schon fast den Ohren weh und lässt die Nackenhaare stehen, oder geht es nur mir so? |
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Nope, nicht nur Dir. Gut, dass Du bei mich beigekommen bist, um mir bei der Bekehrung der freiwilligen Deutschabstinenzler zu helfen.
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(1) Saladin Valada (Text von mir) ist genervt von Menschen, die
- „seit“ und „seid“,
| Das Wörtchen „seit“ bezeichnet immer einen Zeitpunkt, ab dem etwas geschah, „seid“ hingegen ist eine Form von „sein“. Kleine Eselsbrücke: seitdem wird ebenfalls mit „t“ geschrieben und ist klar als zeitbezogen erkennbar. Seit ihr meine Niederschriften gelesen habt, seid ihr informierter als vorher. Hoffe ich jedenfalls. |
- „wie“ und „als“, sowie
| Ein Vergleich, der einen Unterschied hervorheben soll, wird für gewöhnlich mit „als“ und einer Steigerung angestellt. Soll jedoch etwas als (hier: „im Sinne von“) ähnlich beschrieben werden, wählt der kluge Sprecher „wie“.
Wie weise, wie bedacht, wie wunderbar es doch wäre, würden andere dies beachten. Es wäre so viel schöner, als es sich im Moment darstellt. |
- „das Gleiche“ und „das Selbe“
| Auch hier erklärt sich der Unterschied quasi von selbst: Etwas ist das Gleiche, wenn es einem anderen Gegenstand gleicht, also ebenso aussieht o.ä. Ist es das Selbe, handelt es sich um genau eine Sache/ einen Zeitpunkt usw. Im selben Augenblick meint gerade jetzt in der Mitteleuropäischen Standardzeit 22:19, für |
verwechseln.
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Willkommen im Jammertal!
(Bastian Sick umschreibt es übrigens liebevoll mit „Irrgarten der deutschen Sprache“)
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Auch schon vor der Rechtschreibreform neigte der gemeine Schreiberling dazu, Wörtern eine Form auf zu zwängen, welche in einem anderen Metier bestenfalls als Tierquälerei zu bezeichnen wäre.
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| Buchstaben mehr hat, ändert nichts an der Erkenntnis, dass kein Verständnis für ein Wagnis dieser Art erbeten werden sollte. Mein Einverständnis gibt es hierfür jedenfalls nicht.
. - Des Weiteren wäre es eine angenehme Abwechslung, wenn das Wörtchen „wider“ wieder in Mode kommen würde. Dass es vom Aussterben bedroht ist und von seinem Widersacher „wieder“ in eine erbärmliche Randexistenz gedrängt wurde, ist tragisch. „Wieder“ (und sonst eigentlich auch) bezeichnet meist etwas Wiederholtes, „wider“ etwas Entgegengesetztes. So ist ein „Wiedersacher“ umgangssprachlich bestenfalls ein Mensch, welcher sich immer und immer wiederholt, jedoch kein ernstzunehmender Gegner. . - Die „Standart“ könnte man mit etwas bösem Willen auch „Stand-Art“ nennen. Handelt es sich aber um einen Normfall, ist der „Standard“ zu bemühen. . - Eine Besonderheit des Deutschen sind zusammengesetzte Substantive. Bitte, bitte, bitte wertet es nicht als Fall von Deutschtümelei und setzt deshalb inmitten dieser unschuldigen Lexeme einen Bindestrich, wo er nicht angebracht ist oder noch viel Schlimmer: ein Leerzeichen! Das schmerzt in Auge und Seele.Es heißt „Regelwerk“ und nicht „Regel Werk“ (sinngemäß „Regel: Werk“, sprich: die Regel, welche das Werk/ den Betrieb betrifft!) und schon gar nicht „Regel – Werk„. .- Auch das in Hackerkreisen so geliebte „z“ am Wortende(statt des korrekten Suffixes) hat außerhalb dieser Szene nichts zu suchen. Leutz, wann seht ihr endlich ein, dass das nichtz bringt? . - „Gotik“ ist eine Stilepoche. „Gothic“ ein Vertreter der Schwarzen Szene. „Gothik“ gibt es meines Erachtens nach nicht. Und ich glaube kaum, dass eine nette Gothin (nicht zu verwechseln mit dem Volksstamm der Goten) gern als architektonische Meisterleistung bezeichnet werden möchte, indem man ihre Fenster rühmt. . - Das Internet ist zwar „vernetzt„, gemeinhin aber nur als „Netz“ bekannt. Oder ist die Entwicklung des „Internetzts“ an mir vorbeigegangen? . - Obwohl ich auf das „ß“-Problem nicht näher eingehen wollte, stach es mir bei meiner Recherche doch wieder sehr schmerzhaft ins Auge. Nicht nur das „-nis“, wie oben erwähnt, leidet unter ihm, auch die „meisten„, die „Weisen“ (bedarf Klugheit eines Farbwechsels?!) und viele andere „Ein-s-Wörter“ werden von ihm vergewaltigt. . - Maschinen können zwar auf Schienen stehen, verdienen aber – ebenso wenig wie Vampire den Pier – diese im Namen. . - Das „ck“ erfüllt durchaus seinen Zweck. Jedoch nur, wenn es von einem Vokal begleitet wird. „Starcke Wercke“ und ihre Freunde gehören in die verbale Mülltonne |
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1) „Der Dativ ist dem Genitiv sein Tod“ Folge 1,
Folge 2 und
Folge 3
Obwohl ich seine Buchreihe „Der Dativ ist dem Genitiv sein Tod“ nur jedem empfehlen
kann: Diese Betrachtungen entstanden nicht in Anlehnung an seine Zwiebelfisch-Kolumnen sondern aus purem, über die Jahre genährten Frust. Seine Bücher besitze ich erst seit Kurzem.
Fazit: Er spricht mir aus dem Herzen!
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ich weiß nicht wieso aber aus irgendeinem Grunde starben die Satzzeichen aus es ist kaum zum Aushalten
denn nicht einmal der neue seines Punktes beraubte Satz erhält seinen altehrwürdigen
Großbuchstaben es sei denn er ist zufällig ein Substantiv
Der Arme. Punkt.
Gibt es da draußen noch menschliche Wesen, welche den vereinsamten Tasten rechts unten neben dem „M“ ab und an mit sanftem Tastendruck zu verstehen geben, dass sie nicht allein sind? Dass ihre Rasse nicht aussterben muss, wenn nur endlich ein Heilmittel gegen die Ignoranzia germania (umgangssprachlich auch „Deutschallergie“ oder „Möchtegernlegasthenie“ genannt) gefunden wird?
Doch auch hier ist noch nicht aller Schrecken Ende, denn ein weiteres Unheil ergreift deutsche Schreibstuben: einige besonders gewiefte Zeitgenossen werfen wahllos mit Leerzeichen und Bindestrichen um sich. Wenn sie nicht schon längst von der Ignoranzia germania vernichtet wurden. Doch dazu später.
„Warum diesen Zustand ändern?“ wird sich der geneigte Leser fragen (oh, verzeiht, natürlich fragt er nur „warum anders“).
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An dieser Stelle erwähnens- und erklärenswert scheint mir Folgendes:
| - Vor Kommata, Punkten, Ausrufe- und Fragezeichen sind Leerzeichen tabu. Hinter diesen sind sie ein Muss. Übersichtlichkeit, ich komme!
- Klammern sind eine wunderbare Alternative zu Fußnoten und zur Auflockerung des Textes. Vor ihnen steht immer ein Leerzeichen, innen („( hoi! )“) niemals. Abgeschlossen werden sie mit einem Leer- oder Satzzeichen. Steht die Klammer am Ende eines Satzes, wird dessen Punkt nachgeschoben (also so:). - Gedankenstriche („Vertrackt – oder nicht?“) erfordern vorn und hinten Leerzeichen, Bindestriche („H-Milch“) hingegen keine. (siehe DIN 5008) Alles andere ist sinnentstellend. . - Die berühmten drei Punkte „…“ machen sich sehr gut als Auslassung oder zur Kennzeichnung eines offenen Endes. Auch, wenn sie wirklich hübsch anzusehen sind, sollten sie nicht dauerhaft die übrigen Satzzeichen verdrängen. Mit |
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Wikipedia formuliert es im Falle des am Schlimmsten Betroffenen kurz und knapp:
„In der Grammatik dient das Komma zur Strukturierung des Satzes und trennt bestimmte Elemente voneinander: So werden im Deutschen Kommata zwischen Hauptsatz und Nebensätzen, aber auch zwischen einzelnen Elementen einer Aufzählung gesetzt. [...] Das Komma trägt zur Verständlichkeit und besseren Lesbarkeit von Texten bei, da im Gegensatz zur gesprochenen Rede die Sprachmelodie auf dem Papier verloren geht.“
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Da ich nicht die liebe Grammatiktante bin, möchte ich, insofern es die grammatischen Regeln betrifft, hauptsächlich an andere Autoren verweisen. Auch hier gibt Wikipedia einen netten Überblick.
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Zum Abschluss noch das Anliegen einer Kollegin:
SuchanzeigeVerzweifelt gesucht werden die Interpunktionszeichen der deutschen Schriftsprache. Sie scheinen in mehreren Regionen von den aggressiv-vitaleren Dreckfühlern nahezu an den Rand des Aussterbens (oder darüber hinaus) gebracht worden zu sein. Wer noch Exemplare dieser durchaus liebenswerten Spezies findet, möge sie bitte bei sich aufnehmen, pflegen, füttern, und, falls sie sich auch in Gefangenschaft vermehren, auswildern oder weitergeben! |
(Das ist die Dame mit dem ©, welche mir die Erlaubnis zur Veröffentlichung gab.)
1) Wikipedia: Komma
2) Wikipedia: Kommaregeln
Für alle wiki-Artikel gilt: Autoren sind im Tab „Versionen/ Autoren“ zu finden!
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Die an jeder Ecke auftauchende Diskussion um die Verenglischung des Deutschen ist schon nervig genug, aber nun gibt es offensichtlich einen neuen Trend: wir unterstellen einfach allen Phrasen, die in ihrer Struktur der der englischen Grammatik entsprechen, Anglizismen zu sein.
Congratulations!
Lieblingsbeispiel von Kolumnisten, Sprachverfechtern und solchen, die es gerne sein möchten: „Sinn machen“. „Ja mei, geht denn des?“ (oder etwas Ähnliches) wird sich da der geneigte Bayer fragen. Obwohl ich dafür einstehe, Sprache kritisch zu hinterfragen oder zumindest den Versuch zu starten, ihre Wurzeln zu erkunden, führt(e) diese Debatte (bisher) zu nichts. Bastian Sick schien den Stein noch einmal kräftig anstoßen zu wollen in seiner Zwiebelfischkolumne. Der entsprechende Artikel bekam sogar eine eigene Seite: http://nichts-macht-sinn.de
Kern der Geschichte: Weil es im Englischen heißt, etwas „makes sense“, darf es im Deutschen keinen „Sinn machen“. Nach (und selbstverständlich auch vor) Sick griffen nun immer mehr Menschen das Thema auf. Hurra, nee, doch lieber horray. Der Bremer Sprachblog ist der erste, der mir auf meiner Reise durch die linguistische Welt begegnete, der diese Un-Kombination verteidigt. Autor ist ein gewisser Prof. Dr. Anatol Stefanowitsch, zur Abwechslung also ein Mensch, der sich von Berufswegen her der Sache annimmt, statt „nur“ mit Sprache zu arbeiten wie Journalisten und Co..
Kurzum: Stefanowitsch weist nach, dass es nicht erst seit Kurzem Sinn macht, sondern es ist mindestens schon „vierzig Jahre alt, in der Umgangssprache vermutlich noch zehn bis zwanzig Jahre älter“. Nun fragt man sich natürlich zurecht, seit wann das Englische so vehement Einzug in den deutschen Sprachgebrauch nimmt. Unterstellt wird vielen Wörtern und Phrasen, aus einer simplen Übersetzungsfaulheit von Filmmenschen zu resultieren. Theoretisch gesehen könnte man dem Alltagswissen entsprechend wahlweise die Zeit nach dem Zweiten Weltkrieg (Besatzung), die Elvis-/ Beatlesmanie oder irgendein anderes im letzten Jahrhundert gelegenes Ereignis nehmen. Irre ich mich, oder ist es uns erst seit den letzten 10 Jahren bewusst, dass Anglizismen überhand nehmen? Noch länger zurückliegend ist die Mode, alles französisch auszudrücken, irgendwie scheint diese aber eingeschlafen zu sein. Verdeckt hinter Dornenhecken nutzen wir heimlich dennoch die Adresse (s’adresser – sich an jmd. wenden ) usw.
K. H. Pruys etwa nimmt sich „unserem“ Problem in seinem Buch „Die Republik der Phrasendrescher“ (2004 bei edition q erschienen –S.139) auch an. Nur leider, leider mit den selben 2 dusseligen Argumenten wie alle anderen.
Erstens: „Es macht Sinn“ hat dieselbe Struktur wie das Englische „it makes sense“.
Zweitens: Das Deutsche macht keinen Sinn, es HAT ihn schon. Tada.
Ignorieren wir ab jetzt immer die Verwandtschaft vieler europäischen Sprachen? Ist jetzt alles ein Anglizismus, was zwar kein englisches oder dem Englischen auch nur entlehntes Wort ist, aber irgendwie eine Ähnlichkeit auf einer höheren Ebene hat?
Schon bei dem Gedanken daran vergeht mir eigentlich das, was ich schreiben wollte. Ich empfehle die Lektüre des Bremer Sprachblogs und ehrlich gesagt die von Sicks Artikel nur zum Vergleich der angeführten Zitate.
Noch einmal Zitat Stefanowitsch, diesmal aus Teil V:
Zusammenfassend können wir also feststellen, dass die Redewendung Sinn machen ihre eigene Funktion erfüllt, die durch die vorgeschlagenen Alternativen keineswegs abgedeckt wird. Das sollte uns auch nicht weiter wundern: anders, als die Sprachpuristen annehmen, verhalten die Sprecher einer Sprache sich selten sinnlos irrational oder bewusst schlampig. Sie schaffen keine überflüssigen Alternativen zu bestehenden Ausdrücken, weder mit sprachinternen Mitteln, noch durch Entlehnung.
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Gerade stolperte ich durch Zufall über eine Teeniepage, klickte mich quer durch ihren Freundeskreis und stellte mir nur eine Frage:
Wer hat an eurem Hirn gedreht?!
80% der Bildkommentare decken sich inhaltlich mit „der/ die supasüße X, is echt hammaaaa nett„, alle sind „einfach nua gayl„, Aktionen dagegen „goyl„.
Anscheinend wird bei den lieben Kleinen verbrannt, wer keine „süßäää“ oder „lübää Maus“ ist. Muss wirklich ein schweres Schicksal sein, so als Kulturausländer mit rudimentärem Kommunikationsverständnis. Diese vielen, vielen, vielen, vielen *pardon* Wiederholungen immer gleicher oberflächlicher Wendungen! Und nicht mal verstanden wird man von den anderen Menschen jenseits der 16.
Oder haben sie die Liebe gepachtet? Wie kann eine 12-14jährige 30 erwähnenswerte, allesamt als hübsch betitelte Freundinnen und 15 „mega süüüüße“ Freunde haben? Und nein, das ist keine Schätzung, ich habe nachgezählt… ich habe ihre Gesichter gesehen… Sie bilden Rudel. Sie vermehren sich. Ich… habe… Ansgt! Oh, schon wieder… Angst natürlich. Nicht mehr lange, und auch ich werde den Buchstaben „e“ fast vergessen haben und dann „jedn tag imma gayler aussehn„. Naja, immerhin etwas.
Alles ist in der Generation Mega (und ich dachte, die sei in den 80ern ausgestorben) in irgendeiner Form – logo – „mega x“ – natürlich mit Deppenleerzeichen, deutsche Kinder können ja nicht schreiben. Bekommen die nicht irgendwann Kehlkopfkrebs vom langziehen sämtlicher Namen und meeegaaaa coolen Wörter? Wo laufen all die Cooriiinaaaaas und Rubäääääns denn rum? Und woher haben sie bitte das Geld, um in Läden zu shoppen, die nicht mal ich mir leisten kann (oder will)? Kann man es sich als Eltern leisten, diesen im Freundeskreis als cool verschrieenen Stilabstinenzlern den Arsch mit „Esprit“-Klamotten abzuwischen?! Will man da nicht lieber mit der Zeitung…? An eben genanntem…? Oder wenigstens zum Lesen geben?
Das Schlimme daran ist ja, dass man sich sicher sein kann, sehr böse Schimpftiraden erleiden zu müssen, wenn man ihre Sprachverdummung (nicht gleichzusetzen mit Sprachverrohung, siehe hier: [1], [2], [3]) ein klein wenig kritisiert.
But… what the fuck…?!
Noch ein paar Zitate und deren vermuteter Sinn gefällig?
„hamma die nice“ – Sie ist sehr nett.
„Ham ihn mega derbzzt doll lieb…“ – Wir mögen ihn sehr.
„wia about us“ – Wir über uns
„gaaaaanz vielä diggä schmatzaas“ – viele Küsse
„unsara“ – unserer
„x-mas parddy“ – Weihnachtsfeier
Entschuldischt bittä diesn nich so gaylen Blogg eintrag, aba die gören steckn müch so an mit ihrm gelaba. Hab eusch allä lüb. Ehrlisch!
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