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…nur ein kleines bisschen.
Ich hab’s geschafft.
Ich gehöre zu den Besten. Zur Spitze.
Und das sagte wohl gemerkt meine Prüferin.
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Ich bekomme ein dickes, fettes UNICERT-Zertifikat (europaweit gültig) mit einer 1,3!
Und auf meinem akademischen Abschlusszeugnis für eins von 3 Fächern steht ebenfalls eine Note, die sich aus einer 1,0 mündlich und einer 1,3 schriftlich zusammensetzt!
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Warum ich das hier schreibe, obwohl ich den Blog eigentlich für was anderes erschaffen habe?
Weil keiner ans Telefon geht.
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Ich habe Sonnenbrand. Den 2ten oder 3ten dieses Jahr.
Bei der Entstehung dieser Hautmarter wurde ich recht oft gefilmt und fotografiert.
Faszinierend das alles, nicht wahr?
Ok, zur Sache.
Heute. Demo. Ich mittendrin.
Wobei – eigentlich ganz vorn dabei.
Die erste dieser Art für mich. Eine bunte Mischung aus Protest, Schaulaufen und guter Stimmung verteilt auf (angeblich) 300 Leute.
Sehr interessant auch, wie viele sich am Treffpunkt mit einem Kaffee einfanden und nicht mitliefen. Oder noch besser: nicht mitdemonstrieren gegen z.B. die Anwesenheitspflicht in Seminaren, die rechtlich gesehen nicht gegeben ist, weil man genau jetzt zum Seminar muss. Muss ich erwähnen, dass wir irgendwas um die 10.000 (zwischen 9.800 und 13.000) betroffene Studis + extra k.a. wie viele Mitarbeiter sind?
Heute Nachmittag in meinem Kopf klang das alles so viel besser, aber wenn man knapp 4h unterwegs ist, leidet einiges.
Wir marschierten von der Mensa durch die Stadt zu einem anderen Uniteil, verwandelten unterwegs unsere „Wissen, was Wut ist!“-Demo* in eine „Nazis raus“-Demo (aus dem entsprechenden Geschäft wurde uns irritierenderweise fröhlich zugewunken, die Damen hielten sogar anerkennend ihre Daumen hoch) und beschallten die ganze Straße blockierend die Stadt mit einer Mischung aus extrem lauter Musik, Thesenverkündigungen, Trillerpfeifen und zustimmendem Schreien. Die Stimmung war wirklich cool – mitreißend, dynamisch, irgendwie fühlte man sich doch etwas wichtig. Passiert hier ja sonst nicht allzu oft.
Schließlich kamen wir am Zielort an, sahen noch ein wenig demonstrativ gut aus und durften später in den Innenhof, wo uns mitgeteilt wurde, dass der feine Herr Rektor außer Landes sei und die 4 übrigen Mitglieder des Rektorats auch „beschäftigt“ wären. Das scheinen sie mir immer, wenn Studenten etwas wollen. Nach einigen Reden und etwas Musik wurden unsere Thesen angeschlagen – aufgeklebt trifft es wohl besser. Allerdings regnet es jetzt gerade…

Um mal ein paar Dinge zusammenzufassen, die nun im Hof der Uni hängen:
Ich studiere an einer Uni,
- …deren Hörsäle hoffnungslos veraltet und kaputt sind, wo aber neue Gebäude gebaut werden. Zusätzlich, nicht stattdessen!
- …deren Philosophische Fakultät der belächelte Goldesel (Geld wird umverteilt) ist, die sich ihre dringend benötigten Mitarbeiter nicht leisten kann.
- …deren studierter Schweißtechniker (=Rektor) fachliche Zweifel an einem Romanistikprofessor, welcher in 2 Gutachten als der Beste (!) bestätigt wurde, hegt und mitten im Semester eine Vertretung verlangt.
- …wo Bologna groß geschrieben wird, aber nur Bolognesesauce rauskommt.
- …deren Mitarbeiter chronisch unterbezahlt in eher unsicheren Verhältnissen leben.
- …wo lieber ein Physikbau errichtet wird, als die Bibliotheken mit Büchern, die nach 1980 gedruckt wurden, zu versorgen.
- …an der Quantität ganz offen vor Qualität geht. Beispiel einer vortragenden Professorin: niemand fragt sie nach interessanten Aspekten für die Hausarbeit, die einzige Frage: „Wie viele Seiten?“
- …an der der Rektor seiner gesetzlichen Pflicht nicht nachkommt und Folgen ausbleiben. Erinnert etwas an die Machtergreifung eines Herren, welcher ebenfalls gewisse Räte nicht einberief, um es mal plakativ zusammenzufassen..
- …an der NCs abgeschafft werden und der Masse an neuen Studenten keine Rechnung über Lehrmittel und Personal getragen wird.
- …die mich dazu zwingt, die Regelstudienzeit zu überziehen, weil nicht genügend Seminare bereitstehen und nachher als faulen Studenten hinstellt.
- …in deren Mensen kommerzielle Werbung für Handytarife (en masse!) auf großen gerahmten Plakaten dominieren und Hinweise auf hochschulpolitische Aktionen tendenziell unerwünscht sind.
- …an der „Intransparenz“ das Motto der Stunde ist.
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Ich studiere an einer Uni, die damit wirbt, wie studentenfreundlich sie ist, wie gut die Betreuungszahlen, wie schön die Ausstattung.
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links: unieigenes Auto, rechts: (Hörensagen!) BMW des Rektors. Kreideschrift = so wie von mir eingefügt.
Nachtrag: Nette Zahl, die uns außerdem verkündet wurde: Der Betrag, der in D bisher für die Bankenkrise ausgegeben wurde, entspricht einer Summe, die der Bildung in 48 Jahren(!!!) zusteht (laut Haushaltsplan).
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* Die Uni nennt das allerdings „Wissen, was gut ist!“
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Jawohl, richtig gelesen, ich erhielt Post von der Post, genauer gesagt von DieEitschEll.
Ein dicker Brief, ordnungsgemäß ausgedruckt und mit 55 Cent bezahlt.
Das Faszinierend-Obskure daran: ich schickte ihnen vor 2 Wochen eine E-Mail. Meine elektronische Post wurde dann von der analogen Post ausgedruckt und an mich versandt mit dem Kommentar „Zu unserer Entlastung senden wir Ihnen daher Ihre Unterlagen zurück“.
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Versuch eins:
Einreichen der Anträge.
Ein enger Flur.
Keine Sitzgelegenheit.
Grau in grau.
Nur eine kahle Steintreppe.
Eine dicke Stahltür.
Auch keine Plakate.
Nichts.
Der Ausblick auf den anderen Teil des Flures.
Aushänge.
Broschüren.
Farben.
Großzügige Bänke.
Glasfenster zu den Büros.
Hier.
Acht Menschen.
Einige geben auf, gehen.
Neue kommen.
Immer acht Menschen.
Acht Menschen und keiner kann ins Büro.
Zwei Stunden.
Zwei Stunden warten ohne Ablenkung.
Zwei Stunden warten ohne Kaffe.
Kein Frühstück, dabei ist es drei Uhr durch.
Willkommen im Amt.
Willkommen in der Bürokratie.
Versuch eins:
Gescheitert.
Das ist Resignation.
Kein Gedicht.
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Die wirklich wahrste Wahrheit, mit der ich noch nicht durch bin.
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14) Studium heißt nicht, Inhalte zu wissen.
Ein sehr verbreiteter Irrtum. Die Korrektur basiert auf der Ehrlichkeit der Profs und eigenen Erfahrungen. Wichtig sind nur die Fragen wie? (Methode, um an das Wissen zu gelangen, z.B. Recherche oder Nachbarn fragen), wo? (Programm, Buch, Person) sowie die geistige Fähigkeit, auch ohne Hintergrundwissen etwas Sinnvolles sagen zu können. Und wenn es mit den Worten „Dazu kann ich leider nichts sagen, aber zum Thema Y!“ passiert.
Hinterher interessiert sich sowieso keiner mehr für die Sachen, die wir jetzt gelernt haben. Da zählt eine Mischung aus „wo krieg ich es schnell her“, „wie verkaufe ich mich gut“ und einem nicht zu unterschätzenden Haufen aus Schlüsselkompetenzen.
Janz einfach also.

15) Steuerung ist alles.
Das war (in etwa) die Antwort eines Kommilitonen. Sich selbst steuern, Sachen verstehen, indem man bewusst auf Gelerntes (aha! man lernt also doch!) zurückgreift uswusf.
Zusammengefasst: man wird zum Computer mit einem sehr speziellen Ablagesystem. Sage ich.

16) Abgreifen, was abzugreifen geht.
Egal, ob das Geld knapp sitzt oder am Geldende auch der Monat komplett rum ist: im Studium lernt man, alles, was irgendwie günstig oder umsonst ist, aufzuspüren. Es ist eine regelrechte Gabe. Und wenn man gewieft ist, umgeht man dabei die Angebote, die nur auf Datenklau aus sind. Merke: wer mir etwas schenken WILL, braucht meine Adresse nicht zu erfahren.

18) Oberflächliche Kommunikation gewinnt.
Nirgendwo sah ich so viel Freundlichkeit, Zuhören, wo Mist geredet wurde und die hohe Kunst des sich Verabschiedens. Letzteres habe ich allerdings mehr beobachtet statt gelernt. Das schnöde „tschüss“ scheint jedenfalls zum Rudeltier avanciert zu sein.
Und Menschen, die Schwachsinn reden, werden selbst trotz kostbarer Zeit und höherer Position nur seltenst-st-st von Professoren et al. daran gehindert. Nett.

19) Professoren werden überbewertet.
Mein Studium bestand zu 70% aus wissenschaftlichen Mitarbeitern (arme, unterbezahlte, aber nette Menschen), 15% Profs und 5% Doktoren.
Die dennoch hohe Profzahl kommt daher, dass diese bei uns immer die Einführungsvorlesungen halten. Ich kenne aber auch Studis, die den Prof ihres Hauptfaches auch im höheren Semester noch nie gesehen haben.

20) Es lehre, wer gerade da ist.
Offiziell sind wir hier, um auf hohem Niveau zu lernen. Deshalb gibt es für die Studenten auch einige Beschränkungen. Auf der anderen Seite darf aber „jeder“ mit Abschluss (oder guter Position in der Wirtschaft) lehren. Es gibt keine Schulung über das wie und einigen fehlt auch leider das was.
Siehe Dozent/in X (ich bin ja nicht so fies…), der/die in meinem 3. Semester unterrichtete, aber schon in der ersten Sitzung durchblicken ließ, dass er/sie keine Ahnung hat. In der Gliederung für das Seminar tauchte Begriff A auf, welcher zum einen ein Unterbegriff des Seminartitels war, b) nicht besonders spezifisch und c) von uns im ersten Semester gelernt wurde. Ach und d) zu den Grundlagen der Disziplin gehört. Aber Dozent/in X, der/ die die Veranstaltung eigenhändig konzipiert hatte, wusste leider nicht, was das war.

21) Keiner kann mir etwas tun.
Von klein an lernt man, sich für seine Taten zu rechtfertigen, dass alles auf einen zurückfüllt und überhaupt: alles im Leben ist furchtbar ernst und Strafe folgt auf dem Fuß.
Irrtum.
Das klappt leider nur mit meinem Abschluss und geht nicht für Bachelor und Diplomer, ist aber ungeheuer beruhigend. Man kann im Prinzip tun, was man will, es hat keine großen Auswirkungen. Durch eine Prüfung gefallen? Weiß ja keiner! Man schreibt dann eben eine andere. Das Ergebnis war schlecht? Selbe Tat, den Leistungsschein der schlechten Arbeit wegwerfen! Man hat sich daneben benommen? Frechheit siegt. Oder der Umstand, dass man in der Masse oft untergeht. Das Wetter ist schön? Wenn es keine Einschreiblisten (die vor dem Gesetz übrigens nicht standhalten…) gibt, geht man eben schwimmen. Das ist kein Aufruf zur Rebellion (deshalb empfehle ich auch die beliebte Unterschriftenfälschung für o.g. Listen nicht), sondern eine Tatsache. Offizielleres Beispiel?
Junger Student: „Frau Professor X, ich kann nächste Woche leider nicht kommen, aber ich reiche einen Beleg ein *fasel*„
Professorin, damals 63 Jahre alt: „Ist mir völlig egal.„
Das ist Gelassenheit pur.

22) In der Uni gibt es die besten Zitate
Sportlerzitate langweilen Dich auch so? Dann komm an die Uni!
Es beginnt mit
„Ich bin Doktor X und begrüsse Sie [kurzer Monolog]. Ach egal, ich vergesse das sowieso immer. Ich bin die Karin und sag „Du“ zu euch, okay?!„
geht weiter mit
„Warum ist eigentlich noch keiner darauf gekommen, Hartz IV mit HIV abzukürzen?„
(sagte er übrigens, bevor die Medien damit anfingen!) bis hin zu
„Denken Sie sich eine horizontale Linie an der Tafel. Verlängern Sie sie in Gedanken bis zur Tür, öffnen diese bitte, verlängern die Linie in den Flur und schließen die Tür dann von außen.„
(1 & 2 live erlebt, 3 mal irgendwo gelesen)

23) Wohnheimweisheiten
1) „kleine Baustelle“ ist ein Euphemismus für „dauert ein paar Monate“.
Das kann auch heißen, dass man den ganzen Tag auf einem Zimmer ohne direkten Toilettenzugang eingesperrt ist, weil der Gang frisch betoniert wird.
2) Dass es in einem Wohnheim Ratten gibt (Aushang des Hausmeisters im Keller(!)) ist weder eine Besonderheit noch ein Grund, es nicht als „modern“ zu beschreiben.
3) Zwischen total einsam („Ich hab ein Date, ich muss zurück an meinen PC“) bis hin zu total verrückt (er wollte sein Zimmer orange streichen und erhielt ein rosanes, Fazit: nie wieder Besuch) ist alles vertreten.
4) Der Witz, dass sich der Feueralarm auf Chinesen, die ein Tier kochen, begründet, ist ironischerweise nicht immer ein Gerücht.
5) Faustdicke Löcher in der Wand sind der beste Kontakt zum Nachbarn und interessieren die Wohnheimleitung nicht.
Zitat Betroffener: „Hallo?“ Da konnte ich meine ganze Hand durchstecken. Es war direkt an seinem Bett, ich hätte ihn nachts streicheln können!„
6) Wer den Zugangscode kennt, kann als Nicht-Wohnheimler ein hübsches Silvester auf dem Laubengang (außen ums Gebäude führend) im sechsten Stock verbringen und wird dabei noch freundlich gegrüsst.
7) Gangpartys sorgen für einen hohen Alkoholpegel und viele Erkältungen. s.o.
8 ) Wer selbstbewusst schaut, wird auch als Fremder für einen „Insassen“ gehalten und kann ohne Schlüssel tun und lassen, was er will. Das übrigens auch noch, nachdem aufgrund der zunehmenden Diebstähle alle Türen verriegelt und der Türcode abgeschafft wurde.

24) Bus(haltestellen)weisheiten
1) Studenten sind minderwertige Fahrgäste. Zumindest handeln die Busfahrer danach: trotz Klingeln nicht halten, übers Mikro als „blöd“ beschimpfen, weil der Bus zu voll ist, warten, bis ein Studi angerannt kommt und wenn er direkt vor der Tür steht: diese schließen und losfahren.
2) Mindestens ein Raucher steht bei Regen im Wartehäuschen. Als Nichtraucher ist ein Schirm also unverzichtbar.
3) Ältere fitte Leute schimpfen auch dann noch über „diese jungen Leute“, wenn man ihnen von sich aus seinen Platz anbietet. Kleine ältere Menschen mit offensichtlicher Gehbehinderung dagegen lehnen den Sitz meist freundlich lächelnd ab.
4) Partys sind out, Buskuscheln ist in! Wenn die Belegschaft für 2 Busse mit einem auskommen soll, eine Zwangssituation.
…to be continued…
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Die wirklich wahrste Wahrheit (aber ohne den Führer) nach fast 5 Jahren,
polemisch wie immer, wenn es um das Grauen (genannt akademische Verhältnisse) geht.
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1) Studenten sind auch Menschen.
Sehr viele Untersuchungen werden nur an Studenten durchgeführt. Das ist ungeheuer praktisch, denn zum einen sind sie ohnehin in der Nähe und zum anderen kann man sie quasi zur Teilnahme zwingen. Da nicht alle Menschen Studis sind, wurde dies oft kritisiert. Über die Jahre reifte die obige Erkenntnis aber dann doch heran. So abstrus es auch klingen mag.

2) Nichts ist wahr.
Entweder, weil die Studie unsauber durchgeführt wurde oder aber weil man davon ausgehen kann, dass die Wirklichkeit nur Einbildung ist. Konstruktivismus lässt grüßen.

3) Alle Medien lügen.
Obwohl sie ständig bei Professoren anfragen, kommt immer etwas ganz anderes heraus. Außerdem kenne ich viele Gegenstudien.

4) Lesen bildet. Aber nicht den Geist.
Eher die in den meisten Kreisen verpöhnte Angewohnheit, für alles eine passende Gegenstudie zu kennen.

5) Es gibt zu jedem Mist eine Studie.
Zum Beispiel zu sadomasochistischen Vorlieben auf dem Land (Autor vergessen) oder „BDSM in der Schwangerschaft“ (Jay Wiseman).
Siehe auch Punkt 3 und 4.

6) Menschen lügen in Befragungen (oder sind zu blöd), aber mit etwas Mathematik kann man das wieder ausbügeln.
Ich weiß allerdings bis heute nicht, warum die ellenlangen soziologischen Formeln, welche das halbe griechische Alphabet beinhalten, das können. Oder wie.

7) Wenn man etwas nicht durch Argumente oder Studien demontieren kann, missbraucht man einfach die Sprachwissenschaft.
Darin bin ich wirklich gut. Und selbst, wenn man keine Ahnung vom Thema hat, das Festklammern an einzelnen Wörtern oder Formulierungen klappt immer, um alles höchst logisch in Frage zu stellen.

8 ) Kreative Essensbeschreibungen sind in der Tat mehr wert als das, was schließlich auf dem Teller landet.
Typische Beispiele findet ihr bei Lukas im chemnitzblog. Ich wäre allerdings nicht so gnädig gewesen.

9) In Vorlesungen kann jeder sitzen.
Junge, Alte, Leute aus der völlig falschen Fakultät oder Menschen mit Mittelschulabschluss. Sogar Babys! Es fällt keinem auf (gut, letztgenannte schon, aber es sagt niemand was dazu), keiner fragt und im Notfall stellt man sich einfach dumm. So blickte ich zum Beispiel schon in die Tiefen der Psychologie (oft), des Maschinenbaus (weiß der Teufel…) oder der Philosophie (also known as „Folter, Qual und Pein“). Hat zwar alles nichts mit meinem Studium zu tun (und Studium generale gibt es in meinem Bereich nicht), aber egal.

10) Die Vorurteile über bestimme Fachrichtungen erweisen sich als Treffer.
Erschreckend oft sogar. Zum Teil berichten die Leute sogar selbst darüber, wie Mathematiker, die mit großer Selbstverständlichkeit darauf beharren, als solche kein Deutsch sprechen – geschweige denn schreiben – können zu müssen. Oder Leute aus der Wirtschaft, deren Partys wie eine Neuntklässlerfete anmutet. Sowohl vom Aussehen/ Alter als auch dem Verhalten her. Ich war Zeuge!

11) Etikette ist etwas höchst Subjektives.
Ich schrieb schon Mails mit „Sehr geehrter Herr X / Mit freundlichen Grüßen“ an einen Professor, der mich nicht kennt und bekam als Antwort „Liebe Frau Z/ Herzliche Grüße“ zurück. Es gibt aber auch Profs, welche selbst im direkten Gespräch nicht antworten, wenn man sie mit „Entschuldigung, Herr X…“ anspricht. Wenn, dann schon bitte „Professor Doktor X“.
Es gibt Profs/ Mitarbeiter, deren Handynummer ich habe. Und solche, bei denen man einen Termin bei der Sekretärin machen muss mit Angabe des Grundes. Dabei dachte ich immer, „Sprechstunde“ wäre etwas halbwegs Flexibles.

12) Psychotherapeuten und Studienberater werden überbewertet.
Von Letztgenannten bekommt man auch schon mal die Frage, was man hier überhaupt will, gestellt. Oder vielmehr gegen den Kopf geworfen.
Das Konzept lässt sich vereinfachen, wenn man sich auskotzen oder an Informationen kommen möchte. Man suche sich einen netten Dozenten nach der Vorlesung und halte ihn ewig davon ab, nach hause zu gehen. Irgendwann spricht man miteinander, wie es alte Freunde tun und kann ihnen das Leid dieser Uniwelt klagen. Das Lustige daran: ihr Entsetzen über die Zustände sorgt dafür, dass sie sich a) informiert und b) gewertschätzt fühlen. Ehrliche Dialoge und Sensationsgier sind doch zu etwas gut, während Fachidioten schnell weggeschickt werden.
In der Zusammenfassung klingt das allerdings fieser, als es ist.

13) Man kann nirgends so gemütlich lesen wie in einer Vorlesung.
Es ist zwar nicht ruhig, aber ich habe schon oft beobachtet, dass sich viele hier besser konzentrieren können und fröhlich fachfremde Literatur durcharbeiten. Romane und Zeitschriften funktionieren auch ganz gut, nur die BILD sollte man nicht auspacken („Wenn Sie durch die Prüfung fallen wollen, lesen Sie nur weiter!“, gefolgt von vernichtender Medienkritik, nicht aber der Beschwerde über das Lesen an sich!).
…to be continued…
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Ein voller Tag in der Bibliothek bringt viele spannende Erkenntnisse mit sich. Oder aber latenten Wahnsinn vor lauter Buchstabenwahn. Nichtsdestotrotz fand ich einige sehr schöne Zitate in ziemlich obskuren Büchern, die eigentlich hochwissenschaftlich sein sollen. Sollten. Oder so. Wahrscheinlich schreibt der Herr, der es mir besonders angetan hat, deswegen so kommalastig…
Aber kommen wir zum Wesentlichen. In einem Büchlein über Interfacegestaltung fand ich das absolute Totschlagargument für menschliche Beziehungen. Wobei ich mir noch nicht ganz sicher bin, ob er wirklich Liebe, Freundschaft und so weiter meint oder ich doch meinem ersten Gedanken folgend die kreativste Beschreibung von Sex oder dem Weg dahin entdeckte, die ich je las.
„Wenn techniktrunken verkündet wird, daß sich bald Cybernauten in virtuellen Räumen mit synthetisch erzeugten Hominoiden unterhalten können, kann man fragen, ob da nicht die Prioritäten falsch gesetzt sind und ob diese Energie nicht besser auf den Umgang mit realen Personen angewandt werden sollte, wo man doch beachtliche Verhärtungen und eine affektive Verkarstung im zwischenmenschlichen Verhalten registrieren kann.“
Bonsiepe, Gui: Interface. Design neu begreifen. Bollmann Verlag, 1996
Es lebe die Wissenschaft!
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Ich gebe es ja gern zu, ich bin weiblich und strebe theoretisch gesehen eine interessante Karriere ohne große Pausen an. Familie möchte ich auch. Die Benachteiligung von Frauen im Job kotzt mich darum genauso wie alle anderen (Wunsch-)Mütter kräftig an.
Manchmal aber bringt mich das Beispiel derer, die es geschafft haben, doch ein wenig zur Verzweiflung. In meinem hier schon öfters erwähnten ach so wunderbaren universitären Spaßfach gibt es Neuigkeiten, die mich aufgrund jahrelangen Studentenherumschubsens ein wenig aus der Fassung befördern. Vor einiger Zeit ging unser Prof in Rente, lange Zeit hatten wir niemanden, dann mindestens zwei Vertretungen (zu viele Gesichter…), die nur ein Semester blieben und an die man sich mühevoll gewöhnen musste. Ich spreche von einem kleinen Gebiet, in dem wir auf jeden Lehrenden und Verantwortlichen angewiesen sind. Jetzt endlich, nach mehreren Jahren, haben wir tatsächlich wieder jemanden vor die Nase gesetzt bekommen, der länger bleiben soll. Besagte Professorin (erhebliche Leistung! Eine Festanstellung!) ist seit Januar da. Zwar hauptsächlich für Bachelorstudenten, aber immerhin gibt es so etwas wie eine Chance. Nach nur vier Monaten, in denen noch niemand mir Bekanntes mit ihr gesprochen hat, man sah sie lediglich ab und an über den Flur huschen, erreicht uns die Botschaft, dass sie ein Kind erwartet und bereits im Juli in Mutterschutz geht.
Hurra!
Ein neues Akademikerkind!
Ach Quatsch.
Ihr Mutterschutz trifft genau mit den Abschlussprüfungen der letzten Magister zusammen. Unser Doc geht in dieser Zeit in Rente. Tata. Niemand mehr da. Nur ein neuer Erdenbürger, der uns indirekt das Leben schwer macht. Und etliche wissenschaftliche Mitarbeiter, die nicht für uns zuständig sind.
„Das soll aber nicht auf ihrem Rücken ausgetragen werden“ meinte der Überbringer der Hiobsbotschaft freudigen Nachricht.
„Und darum stellt niemand Frauen ein“ entgegnete meine Banknachbarin.
Die Rufe nach Gleichberechtigung schallen weit über das Land und angeblich soll sich etliches bessern. Schön und gut, aber was bringt uns das, wenn Frauen sich nun häufig um Jobs bemühen, nur um dann sofort in aller Eile Ruhe ihre Familienplanung zu verwirklichen?! Wem ist denn da geholfen? Mir sind einige Fälle bekannt, in denen sich Frauen eine Festanstellung sicherten und sofort und absichtlich mit dem Kinderzeugen begannen. Der Wirtschaft schadet es, der Familie bringt es nur zum Teil etwas. Und die Politik? Zwingt die Mütter zum Teil Elterngeld sei dank auch noch zu solchen Maßnahmen.
Noch Fragen?!
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Eigentlich beschrifte ich Kopien nur, wenn es etwas zum Text anzumerken gibt. Manchmal hebe ich etwas ganz besonders hervor, wenn es mich freudig oder ungläubig zum Lachen bringt.
Nicht so heute.
Glaser und Strauss – 2 bekannte Forscher im ach so undefinierten Gebiet der Soziologie, verleiteten mich tatsächlich dazu, meine Gedanken zu verbild- und verschriftlichen. Schon bei der Lektüre ihres 1967 erschienen Werkes über die Entdeckung der Grounded Theory (datenbasierte Theorie – man erfasse Massen an Daten (zB Interviews), stecke sie in selbst erfundene Kategorien und tue nachher so, als hätte man die beste Theorie der Welt, um mal zu polemisieren) hätte ich schreien können vor Abscheu. Nun sitze ich hier mit einem Energydrink, der diesem Text um nichts in ekelhafter Süße nachsteht.
Auf meinem Blatt: eine Skizze von Prof. Snape mit dem wunderbaren Satz
„I may vomit“.
Yes, I’d really like to vomit!
Ich schreibe eine Arbeit über die Selbstbeweihräucherung zweier Männer, deren Intention ich ein wenig, deren Rechtfertigung ich aber überhaupt nicht verstehe! Gefühlte 40% des Buches entbehren jeder Grundlage. Eine „Logik der Forschung“, um es mit Sir K. R. Popper auszudrücken, entdecke ich ebenfalls nicht. „Die Theorie kontrolliert sich selbst“. Welch grandioser Satz. Ich weiß zwar nicht, wie die kleine Theorie das macht oder ob ich als Forscher auch nur irgendetwas dazu beitragen muss – geschweige denn, ob ich es bemerke, aber Hauptsache, es steht im Buch. Dass man diesen Aussagen nicht trauen und sich nicht darauf beziehen darf, merkte ich ja spätestens bei einer mündlichen Prüfung, als ich mich an etwas, das mein Prüfer in einer Vorlesung gesagt hatte, erinnerte und dies auf mein Thema anwandte. Schlag ins Wasser, ich danke schön.
Vermutlich können die Wenigsten, die das lesen (gibt es die überhaupt?!), nachvollziehen, warum ich mich schier kaputtlache, wenn die Herren Autoren zugeben, dass ein Teil ihrer Daten wahrscheinlich „nicht ganz genau“ ist. An dieser Stelle fügte ich ein orange leuchtendes „*lol*“ in den Text ein…
In den wenigen mir vorliegenden Blättern von „Betreuung von Sterbenden“ entdecke ich kaum eine Seite, auf der nicht dick und fett steht, dass die von ihnen entwickelte Methode (die damals noch keinen Namen trug) die einzig richtige sei.
Und alle Probleme löse.
Und wahrscheinlich auch die Welt retten würde. Naja, fast.
Der Stil der Schriften ist eine Mischung aus Anbiederung und von-oben-herabschauen (ihr wisst ja, der Weltfrieden). Ganze 7 Seiten habe ich mit vielen Unterbrechungen gelesen (noch immer in schauriger Erinnerung an „The Discovery of Grounded Theory“, welche ich mir letztes Jahr zu Gemüte führte) und schon muss ich Schmähungen dahinkritzeln und bloggen, um nicht zu explodieren.
Dabei las ich noch nicht einmal Glasers Rundumschlag gegen seinen ehemaligen Kollegen Strauss und dessen spätere Forschungspartnerin Juliet Corbin (1). Er bzw. später beide hätten die G.T. unter anderem verfälscht und sich zu eigen gemacht. Laut Strübing (2) „harter Tobak“ und in etwa so wissenschaftlich wie meine „Freude“ über die bloße Existenz dieses Konzeptes… Gewehrt hat sich Strauss übrigens trotz der teils auch sehr persönlichen Angriffe nie. Er starb 4 Jahre später, Glaser tobt sich derweil in Büchern und seinem selbst gegründeten Forum (3) aus.
Hurra!
Ich schweife ab… lange Rede kurzer Sinn: wenn ich Punktabzug für mangelnde Distanz zum Thema bekomme (und die Mitstreiterin, für die Numero 3 et moi fast alles gemacht haben, für ihren monotonen Kleckervortrag, welcher fast nur aus nicht gekennzeichneten Zitaten bestand, nicht), was bekommen dann diese beiden?
Karies?

1) „Emergence vs. Forcing“ von Glaser; 1992 – Einleitung
2) J. Strübing – „Grounded Theory“; 2004 – S.63
3) http://www.groundedtheory.com
(“The Grounded Theory Methodology of Barney G. Glaser, Ph.D., Hon Ph.D.”
)
Nachtrag 7.2.08
Zum Glück gibt es doch noch Menschen, die die GT in normale Worte packen können.
DANKE!
…dass manche Texte auch ohne das kleinste bisschen Beifallsheischerei auskommen.Oben erwähnter Karl Popper ist ja zeitlebens auch äußerst von sich überzeugt gewesen – allerdings gewürzt mit Sarkasmus und Ironie, statt hemmungslosem Zuckerguss.
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Es begab sich zu einer Zeit, da das Wort „Technik“ einer ehrwürdigen Hochschule vorangestellt wurde. Man erhoffte sich, gebildete Menschen heranzuziehen, die in der großen modernen Welt zurecht kämen. Deren Steckenpferd sie weit hinaus in die Lande dieser noch nicht genügend vernetzten und maschinisierten Welt tragen sollte.
Welch Utopie.
So denn lasse ich die wunderbare Welt der Poetron-Zone für mich arbeiten… Anders kann man dieses Elend ja nicht mehr ertragen.
Lispelnde Techniken
Versagen und rauchen!
Techniken greifen!
Sie versagen!
Oh erhellte Küche…
Ach zerfleischter Ablauf…
Techniken greifen!
Universita ist erhellt!
Und Lispeln!
Nein, alles ist belämmert!
Sehr passend, wie ich finde.
Noch besser das Folgende:
Zuspruch dem Leser
Die Göttin zerfalle.
Sie zerfalle und sie verliere!
Ach Universita, verirrtes Wesen du,
Wozu die Dichter noch bebeten?
Die Ewigkeit versinkt,
Es zerfallen die seltsamen Techniken,
Und selbst die Götter bleiben fern.
Die letzten beiden Zeilen sind fast anbetungswürdig. Endlich eine Erklärung, warum auf Homepages keine Infos stehen und Beamer nie funktionieren. Alles Blasphemie!
Beamer für die Hexe Universita
Es war ein Beamer
Beim Träumen meistens so famos,
Ach so neu,
Doch der Programmierer,
Nicht beim Träumen, doch beim Flirten,
Der war so frei
Und so ging’s zu Brei:
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He, die Hexe Universita!
Geniale Völker, auch sie sind so irritiert!
Das Smiley schrieb der Generator! ![]()
Der Vollständigkeit halber auch dies:
Bitte an den Tod
Universita.
Mein zart erhelltes Etwas, Du!
Tod, mein seltsamer Braten.
Im Bad in Raum und in Zeit!
Tanzt!
Beisst!
Welch grausames Glück!
Universita, Du,
Schwer immerzu.
Tod zwischen Erfinden und Beißen.
Universita: ja so froh…
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