Elisabeth Báthory, auch bekannt als Blutgräfin oder Tigerin von Cachtice, war eine ungarische Adelige, welche durch ihren ausgeprägten Sadismus zu traurigem Ruhm kam. 1560 wurde sie als Tochter von Anna und Georg Báthory in eine der reichsten Sippen dieser Zeit geboren. Auch über ihren Verwandten kursierten allerlei Gerüchte: einer ihrer Onkel war ein geisteskranker Satanist; ihre Tante Klara eine (homo-)sexuelle Abenteuerin. Zudem sei sie weit- läufig mit Fürst Dracul verwandt.

Die traditionsgemäß familieninternen Heiraten führten zu schweren genetischen Degenerationen und Krankheiten, Elisabeth selbst war an Epilepsie erkrankt. Angeblich soll dies einer der Gründe für ihre menschenverachtenden Anwandlungen darstellen, was jedoch zweifelhaft erscheint. Wahrscheinlicher sind Traumata in ihrer Kindheit, so etwa zur Zeit eines Bauernaufstandes, als sie mit ansehen musste, wie ihre Ammen und Schwestern gefoltert, vergewaltigt und letztendlich an dem Baum, auf welchem sich das erst 9-jährige Kind versteckte, aufgeknüpft wurden. Das Mädchen konnte entkommen, ihre Unversehrtheit galt als ein Wunder und so wurde fast die gesamte Bauernschaft des Ortes vor ihren Augen brutal ermordet.


Bereits zwei Jahre später wurde sie mit dem „Schwarzen Ritter“ Ferencz Nádasdy verlobt. Am Tag der Hochzeit soll sie angeblich in ihrem Gemach von König Matthias II, welcher sichtlich betrunken war, beim Umkleiden überrascht worden sein. Elisabeth bekam hierauf einen Wutanfall, welcher ihre Dienerinnen blutige Wunden einbrachte, da diese vergessen hatten, die Tür zu verriegeln. Im Laufe ihrer Ehe soll Ferencz seiner Gattin einige Foltertechniken beigebracht haben, welche jedoch erst nach seinem Tod 1604 in ihrer vollen Form zu Geltung kamen. Zuvor vergnügten sich die beiden auf andere, jedoch nicht minder ungewöhnliche Art: er entjungferte unter anderem auf Wunsch von Elisabeth ein 12jähriges Mädchen, während sie es während des Aktes auspeitschte.

Während ihr des Krieges suchte sich die Blutgräfin viele Geliebte beiderlei Geschlechts, ihr Sadismus richtete sich dabei allerdings ausschließlich gegen Mädchen. Die jungen Frauen, welche sie in ihr Schloss einlud, überschritten kaum das 14. Lebensjahr. Sie biss ihnen in empfindliche Stellen, riss ihnen das Fleisch bis auf die Knochen herunter, mitunter steckte Elisabeth ihren Dienerinnen Nadeln in den Körper, unter die Fuß- oder Fingernägel. Auch ließ sie im Winter Mädchen in den Schnee werfen und mit kaltem Wasser übergießen, so dass sie erfroren. In einem Roman über die Báthory heißt es:

[...] Darvulia, ihre Vertrauteste Kammerfrau, brachte einen Eimer Wasser aus dem Haus. Die Frauen stützen Ilonas Körper, während Elisabeth das Wasser über die blasse Gestalt goss. Das Wasser gefror schnell, und das Mädchen erstarrte auf der Stelle. Einen Moment lang betrachteten die Frauen staunend die lebende Statue. Ein blattförmiger Eiszapfen, scharf wie ein venezianischer Glassplitter, wölbte sich zwischen den Beinen des Mädchens hervor. Das Schamhaar über dem Zapfen war mit glitzernden Kristallen besetzt. Auch ihr Bauchnabel hatte sich mit Kristallen gefüllt, einer funkelnden Traube aus kleinen Juwelen. „Schönheit“ sagte Elisabeth kalt, „wie mühelos heftest Du Dich an die Fügsamen!“ [...]


Elisabeth wählte sich einen festen Geliebten, welchen sie später mit einer ihrer Gespielinnen in flagranti erwischt. Sie wurde daraufhin rasend und folterte das Mädchen mit einer Schere, als ihr die Schreie ihres Opfers überhand nahmen, rammte sie ihr die Waffe in den Hals und schnitt ihre Stimmbänder durch. Zusammen mit ihren engsten Dienerinnen quälte sie das Mädchen zu Tode. Ab diesem Zeitpunkt sollen die bestialischen Morde rasant zugenommen haben. Ihre Opfer warf sie einfach achtlos unter die Betten des Schlosses, später schafften sie ihre Bediensteten auf die Felder, den Wölfe zum Fraß. Es wird vermutet, dass diese während ihrer sexuell-sadistischen Rasereien in einen Zustand hysterischer Ekstase geraten ist. Dennoch wird angenommen, dass die erbarmungslose Gräfin bei Verstand und sich ihrer Neigungen bewusst war.

Aufgrund des Geschlechts der Opfer liegt die Schlussfolgerung nahe, dass Elisabeth wie auch ihre Tante Klara homosexuell war. Als junges Mädchen widmete sie sich fast ausschließlich männlichen Aktivitäten, trug angeblich mit Vorliebe Männerkleidung. Auch gegenüber ihren Dienerinnen verhielt sie sich in maskulin-dominanter Art, was auch zur unauslöschbaren Báthory- Mythe beitrug, welche lange Zeit auch in wissenschaftlichen Werken Zuspruch fand. Diese besagt, dass die Gräfin im Blut ihrer Opfer badete, um so ewige Jugend zu erreichen. Bereits 1812 verwies Freiherr von Mednyansky in der Zeitschrift „Herperus“ die Blutbäder Elisabeths in das Reich der Legende, dennoch blieb der Mythos Bestandteil ihrer Biografie.

Auch ein anderer Aspekt des Blutes trug zu ihrem zweifelhaften Ruf bei: durch die lange Folter waren die Mädchen oft komplett blutleer. Die Dorfbewohner glaubten nun, die Gräfin sei ein Vampir. Sie wendeten sich ängstlich an andere Adelige der Umgebung, welche jedoch aufgrund der adeligen Abstammung der Báthory nichts unternahmen.

Erst als die Tigerin von Cachtice ihre Neigungen auf junge Frauen blauen Blutes ausdehnte, wurde sie im Jahr 1611 gefangen genommen. Ein Prozess wurde nie angestrengt, stattdessen wurden sämtliche Zeugen der Verbrechen nach der Folter verbrannt oder geköpft. Elisabeth selbst wurde zu ihrem Schutz in ihr Schlafgemach eingemauert. Hier dämmerte sie als „lebendige Leiche“ ihrem Tod im Jahre 1614 entgegen. Bis zu ihrem letzten Tag fühlte sie sich ungerecht behandelt: die ganze Geschichte wäre eine Verschwörung der Kirche, da alle Mädchen, die sie getötet hatte, ausschließlich aufgrund einer disziplinarischen Maßnahme zu Tode gekommen wären.

Etwa 650 Jungfrauen sollen Elisabeth Báthory zum Opfer gefallen sein.

Quellen:
…sind leider im Laufe der vielen HP-Umstellungen verloren gegangen.
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