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Comics: reloaded.

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Die an jeder Ecke auftauchende Diskussion um die Verenglischung des Deutschen ist schon nervig genug, aber nun gibt es offensichtlich einen neuen Trend: wir unterstellen einfach allen Phrasen, die in ihrer Struktur der der englischen Grammatik entsprechen, Anglizismen zu sein.

Congratulations!

Lieblingsbeispiel von Kolumnisten, Sprachverfechtern und solchen, die es gerne sein möchten: „Sinn machen“. „Ja mei, geht denn des?“ (oder etwas Ähnliches) wird sich da der geneigte Bayer fragen. Obwohl ich dafür einstehe, Sprache kritisch zu hinterfragen oder zumindest den Versuch zu starten, ihre Wurzeln zu erkunden, führt(e) diese Debatte (bisher) zu nichts. Bastian Sick schien den Stein noch einmal kräftig anstoßen zu wollen in seiner Zwiebelfischkolumne. Der entsprechende Artikel bekam sogar eine eigene Seite: http://nichts-macht-sinn.de

Kern der Geschichte: Weil es im Englischen heißt, etwas „makes sense“, darf es im Deutschen keinen „Sinn machen“. Nach (und selbstverständlich auch vor) Sick griffen nun immer mehr Menschen das Thema auf. Hurra, nee, doch lieber horray. Der Bremer Sprachblog ist der erste, der mir auf meiner Reise durch die linguistische Welt begegnete, der diese Un-Kombination verteidigt. Autor ist ein gewisser Prof. Dr. Anatol Stefanowitsch, zur Abwechslung also ein Mensch, der sich von Berufswegen her der Sache annimmt, statt „nur“ mit Sprache zu arbeiten wie Journalisten und Co..


Kurzum: Stefanowitsch weist nach, dass es nicht erst seit Kurzem Sinn macht, sondern es ist mindestens schon „vierzig Jahre alt, in der Umgangssprache vermutlich noch zehn bis zwanzig Jahre älter“. Nun fragt man sich natürlich zurecht, seit wann das Englische so vehement Einzug in den deutschen Sprachgebrauch nimmt. Unterstellt wird vielen Wörtern und Phrasen, aus einer simplen Übersetzungsfaulheit von Filmmenschen zu resultieren. Theoretisch gesehen könnte man dem Alltagswissen entsprechend wahlweise die Zeit nach dem Zweiten Weltkrieg (Besatzung), die Elvis-/ Beatlesmanie oder irgendein anderes im letzten Jahrhundert gelegenes Ereignis nehmen. Irre ich mich, oder ist es uns erst seit den letzten 10 Jahren bewusst, dass Anglizismen überhand nehmen? Noch länger zurückliegend ist die Mode, alles französisch auszudrücken, irgendwie scheint diese aber eingeschlafen zu sein. Verdeckt hinter Dornenhecken nutzen wir heimlich dennoch die Adresse (s’adressersich an jmd. wenden )
usw.
K. H. Pruys etwa nimmt sich „unserem“ Problem in seinem Buch „Die Republik der Phrasendrescher“ (2004 bei edition q erschienen –S.139) auch an. Nur leider, leider mit den selben 2 dusseligen Argumenten wie alle anderen.
Erstens: „Es macht Sinn“ hat dieselbe Struktur wie das Englische „it makes sense“.
Zweitens: Das Deutsche macht keinen Sinn, es HAT ihn schon. Tada.


Ignorieren wir ab jetzt immer die Verwandtschaft vieler europäischen Sprachen? Ist jetzt alles ein Anglizismus, was zwar kein englisches oder dem Englischen auch nur entlehntes Wort ist, aber irgendwie eine Ähnlichkeit auf einer höheren Ebene hat?
Schon bei dem Gedanken daran vergeht mir eigentlich das, was ich schreiben wollte. Ich empfehle die Lektüre des Bremer Sprachblogs und ehrlich gesagt die von Sicks Artikel nur zum Vergleich der angeführten Zitate.

Noch einmal Zitat Stefanowitsch, diesmal aus Teil V:

Zusammenfassend können wir also feststellen, dass die Redewendung Sinn machen ihre eigene Funktion erfüllt, die durch die vorgeschlagenen Alternativen keineswegs abgedeckt wird. Das sollte uns auch nicht weiter wundern: anders, als die Sprachpuristen annehmen, verhalten die Sprecher einer Sprache sich selten sinnlos irrational oder bewusst schlampig. Sie schaffen keine überflüssigen Alternativen zu bestehenden Ausdrücken, weder mit sprachinternen Mitteln, noch durch Entlehnung.

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(für ein Spiel in Rekordzeit gedichtet)

Milchbrötchen

Zartes weiß
aus watteweichem Nebel,
ein Biss,
ein Riss,
es reißt entzwei.
Milchbrötchen,
geboren zum Genuss.
Ertrinke
auch Du
in Milch…
Oh köstliche Ironie.

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Genosse Kühlschrank

Da brummst Du nun,
alter weißer Riese
und kühlst die Speisen mir geschwind.

Oh Kühlschrank,
Genosse warmer Tage,
warum bist Du nur blind?

Geliebtes Ding,
ich mag Dich sehr,
doch sag,
warum wimmelt es in Dir?

Da brummst Du nun,
Halunke, der Du bist
und lässt die Äpfel schimmeln.

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Der pflichtvergessene Sonnenschirm

Ein kleiner bunter Sonnenschirm,
gefertigt aus heil’gem Sonnenzwirn
(zu schützen anderer Leute Hirn,
natürlich auch unterm Siebengestirn),
verirrte sich einst in Australien.
Durch etwaige Lappalien
wie balzende Naturalien
und explodierende Chemikalien
liess er sich nicht foppen.
So ein Sonnenschirm ist nicht zu stoppen,
nicht mit Noppen,
nicht beim Frühschoppen,
er tut immer das, was er verspricht.
Er sorgt für Schatten beim Amtsgericht
und erfüllt auch seine Adelspflicht
in schummerigem Abendlicht.

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Ablage

Regenrot hat

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