Das war er also, der Eurovision Song Contest.
Ausnahmsweise habe ich mich dieses Jahr etwas eingehender damit beschäftigt, ausgehend von den auch im Nachhinein noch äußerst lesenswerten Artikeln Der große Grand-Prix-Führer, Grand Prix: Puterlos ins Finale und Grand Prix: Dschinghis Khan lebt!. Selten so gelacht. Und wiederholt gefragt, ob ich Fan des Autors sei. Wohingegen ich mich fragte, warum der Herr Niggemeier, meine Befragten und natürlich meine Wenigkeit die Veranstaltung immer noch als „Grand Prix“ bezeichnen… Vielleicht wäre ja „Big Balkan“ angemessener? Österreich zum Beispiel verweigert die Teilnahme wie auch einige andere Länder aufgrund der Osteuropalastigkeit der letzten Jahre. Und in der Tat fiel sie bei der Bewertung ins Gewicht. Watt’n Zufall! Überraschung!
Eine gewisse Faszination übt der Grand Prix (…?) ja doch aus. Gute Lieder sind wie üblich rar gesät und natürlich kann man sich darauf verlassen, dass sich bestimmte Länder einfach mal lieb haben. Völkerverständigung? Einschleimerei?
Umso lustiger dafür die Teilnehmer. Irgendwo zwischen Skurilität (Ishtar: „O Julissi“ – Belgien, leider ausgeschieden), „Balkanität“ (fast alle einzeln auftretenden Damen hatten etwas sehr klischeehaftes), „hat Stimme, aber aussichtslos“ (Vânia Fernandes: „Senhora Do Mar“ – Portugal) und sich einbrennendem was-auch-immer (ganz vorn mein Favorit Rodolfo Chikilicuatre: „Baila El Chiki Chiki“ für Spanien. Und ja, ich höre das Lied wirklich auch privat freiwillig!) war der Contest wie üblich langweiliger als die Kommentare im Vorfeld. Was wohl auch an der Riege nicht enden wollender Frauchen ohne Wiedererkennungswert liegt. Obwohl ich mich da auch irren könnte. Der Bräunungsgrad einiger Blondinen lag eindeutig über ihrem Gesangstalent. Auch die Dame mit dem fiesen dezenten Make Up und dem im Dunkeln leuchtenden leichten Zahnbleeching (Isis Gee für Polen) wird mich wohl noch lange verfolgen.
Ich fürchte fast, nach so viel Eurotrash, pardon, ich kann ja nicht schon wieder durchstreichen, -vision bin ich nicht mehr in der Lage, zusammenfassende Gedanken zu äußern. Dabei hatte ich hier noch so viel vor. Zum Beispiel wollte ich etwas über Rodolpho Chikilicuatre und den ältesten Teilnehmer, 75 Cents aus Kroatien (welcher eigentlich trotz meines Fremdpatriotismusses gegenüber Spanien den wahren Sieg verdient hätte), schreiben. Aber die Barbies von eben überfluten mein Hirn noch immer (passendes Lied, welches gerade läuft: Invasión von No Relax). Notgedrungen ende ich also nicht mit meinen Geistesblitzen von vorhin, sondern mit einem Tipp: wer Verka Serduchka letztes Jahr auch so genial fand, sollte sich unbedingt sein Lied Gop, gop! ansehen. Letztes Abendmahl, osteuropäische Songpower, wie ich sie mag(!) und großes Kino in einem.
Als Rätsel nebenbei hier die Platzierungen in Form alkoholisierter Landessprache:
1. Приветствия
2. Budmo!
3. Jamas!
4. Genatset!
5. Skål!
6. Ziveli!
7. Serefe!
(man denke sich eine Serife unter dem “s“)
8. Afiyæt oslun!
9. L’Chaim!
10. Zivjeli!
11. Gagimardschoss!
12. Uz veselibu!
13. A sia saide!
14. Skál!
15. Skål!
16. ¡Salud!
17. Gëzuar!
18. Skål!
19. Á votre santé !
20. Viva!
21. Živjeli!
22. Kippis!
23. Prost!
(Na, wer lacht am Besten? Jaah, die Letzten! Selbst Schuld. Wie jedes Jahr.
Tralala, ein bisschen Frieden…)
24. Vivat!
25. Cheers!
Für Fehler dürft ihr diese Seite verklagen. Oder so.
Nachtrag:
Grand-Prix-Finale: Das verdiente Debakel
„Die No Angels schafften das Kunststück, mit ihren Kleidern gleizeitig (sic!) nuttig und tantenhaft auszusehen. Vor allem aber war ihr Auftritt eine tödliche Kombination daraus, die Sache ernst zu nehmen, aber gleichzeitig völlig unambitioniert und leidenschaftslos zu wirken. Die Franzosen und Spanier können wenigstens sagen, sie hätten Spaß gehabt.“(ebd.)
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3 comments
Comments feed for this article
25. Mai 2008 um 01:07
Ein regentoter Songcontest « Rot, röter, regentot.
[...] Mai 25, 2008 at 1:07 (Satanarchäolügenialkohöllisches) (europa, eurovision) (Eigenantwort auf Oh weh, ESC) [...]
26. Mai 2008 um 00:55
Zoe zum Thema ESC
dre Link zu gop gop geht nicht und dabei fand ich Verka Serduchka klasse
Die No Angels nicht dagegen…
26. Mai 2008 um 15:29
regenrot
Ach dieses verd… Skript! WordPress setzt zu viel eigenständigen html-Code ein. Jetzt geht Verka aber.