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(Eigenantwort auf Oh weh, ESC)
16 europäische Länder bekomme ich allein aus meiner aktuellen Playlist, ohne ewig nachzuschauen, welcher sich englisch benennende Künstler woanders herkommen könnte. Trotz meiner nicht zu übersehenden Affinität gegenüber 3er spanischer Bands fiel mir die Auswahl der skandinavischen Gruppen aufgrund der interessanten Auswahlmöglichkeiten am Schwersten.
Antreten würden bei mir spontan und höchst alphabetisch:
- Deutschland: Übermutter – Heim und Herd
Lucy van Org a.k.a. Lucilectric in ihrer neuen Paraderolle. Bezeichnenderweise möchte schon der Videoposter auf YouTube die Dame beim Grand Prix sehen.
× Video
- Finnland: Finntroll – Asfågelns Död
Ba dampadamm, bam badampa damm damm!
× Video
- Kroatien: Kraljevi Ulice & 75 Cents – Romanca
Auch Senioren haben noch etwas zu bieten.
× Video
- Niederlande: Herman van Veen – Weg da
Gesanglich wie textlich ein fantastisches Lied eines großen Künstlers.
× Video: leider eine ziemlich perverse Version des Liedes. Die Live-CD „Alfred J. Kwak” enthält die geniale Variante ohne Technoeinfluss.
- Norwegen: Dimmu Borgir – Puritania
Metöööööhl!
× Video
- Österreich: Jerx – Pleased to meet you
MySpace ist schuld. Die Jungs haben mich zuerst gefunden.
× MySpace-mp3
- Russland: Distemper – Блеск в глазах
Auch, wenn es im offiziellen ESC-Beitrag nicht rüberkommt: ich ziehe osteuropäische Musik der meisten mittel-/ westeuropäischen vor. Distempers bestes Stück.
× Video
- Schottland/ Nordirland*: Snow Patrol – Chasing cars
Zum Wegdriften bestens geeignet.
× Video
- Schweden: Falconer – The Clarion Call
Eines ihrer abwechslungsreichsten Lieder.
× Video
- Spanien/ Italien*: No Relax – Imagen perfecta
Perfektes Lied gegen die Perfektion der Schönheitsindustrie.
× Leider kein Video, keine Songprobe. Die CD (Indomabile, 2008 ) gibt es auch weder auf Amazon noch bei Ebay. Danke, Deutschland! ![]()
- Tschechien: Divokej Bill – Sit
So hören sich tschechische Erfolgsbands an…
× Video
- Ukraine: Verka Serduchka – Gop, gop
…und so macht feiern Spaß!
× Video
- Ungarn: Ektomorf – I know them all
Und noch einmal im Chor: Metööööhl!
× Video
- United Kingdom: Bloc Party – Heliocopter
Verrückt, diese Briten!
× Video
* bandbedingter Zusammenschluss

…sieht gar nicht mal so schlecht aus…
.

Das war er also, der Eurovision Song Contest.
Ausnahmsweise habe ich mich dieses Jahr etwas eingehender damit beschäftigt, ausgehend von den auch im Nachhinein noch äußerst lesenswerten Artikeln Der große Grand-Prix-Führer, Grand Prix: Puterlos ins Finale und Grand Prix: Dschinghis Khan lebt!. Selten so gelacht. Und wiederholt gefragt, ob ich Fan des Autors sei. Wohingegen ich mich fragte, warum der Herr Niggemeier, meine Befragten und natürlich meine Wenigkeit die Veranstaltung immer noch als „Grand Prix“ bezeichnen… Vielleicht wäre ja „Big Balkan“ angemessener? Österreich zum Beispiel verweigert die Teilnahme wie auch einige andere Länder aufgrund der Osteuropalastigkeit der letzten Jahre. Und in der Tat fiel sie bei der Bewertung ins Gewicht. Watt’n Zufall! Überraschung!
Eine gewisse Faszination übt der Grand Prix (…?) ja doch aus. Gute Lieder sind wie üblich rar gesät und natürlich kann man sich darauf verlassen, dass sich bestimmte Länder einfach mal lieb haben. Völkerverständigung? Einschleimerei?
Umso lustiger dafür die Teilnehmer. Irgendwo zwischen Skurilität (Ishtar: „O Julissi“ – Belgien, leider ausgeschieden), „Balkanität“ (fast alle einzeln auftretenden Damen hatten etwas sehr klischeehaftes), „hat Stimme, aber aussichtslos“ (Vânia Fernandes: „Senhora Do Mar“ – Portugal) und sich einbrennendem was-auch-immer (ganz vorn mein Favorit Rodolfo Chikilicuatre: „Baila El Chiki Chiki“ für Spanien. Und ja, ich höre das Lied wirklich auch privat freiwillig!) war der Contest wie üblich langweiliger als die Kommentare im Vorfeld. Was wohl auch an der Riege nicht enden wollender Frauchen ohne Wiedererkennungswert liegt. Obwohl ich mich da auch irren könnte. Der Bräunungsgrad einiger Blondinen lag eindeutig über ihrem Gesangstalent. Auch die Dame mit dem fiesen dezenten Make Up und dem im Dunkeln leuchtenden leichten Zahnbleeching (Isis Gee für Polen) wird mich wohl noch lange verfolgen.
Ich fürchte fast, nach so viel Eurotrash, pardon, ich kann ja nicht schon wieder durchstreichen, -vision bin ich nicht mehr in der Lage, zusammenfassende Gedanken zu äußern. Dabei hatte ich hier noch so viel vor. Zum Beispiel wollte ich etwas über Rodolpho Chikilicuatre und den ältesten Teilnehmer, 75 Cents aus Kroatien (welcher eigentlich trotz meines Fremdpatriotismusses gegenüber Spanien den wahren Sieg verdient hätte), schreiben. Aber die Barbies von eben überfluten mein Hirn noch immer (passendes Lied, welches gerade läuft: Invasión von No Relax). Notgedrungen ende ich also nicht mit meinen Geistesblitzen von vorhin, sondern mit einem Tipp: wer Verka Serduchka letztes Jahr auch so genial fand, sollte sich unbedingt sein Lied Gop, gop! ansehen. Letztes Abendmahl, osteuropäische Songpower, wie ich sie mag(!) und großes Kino in einem.
Als Rätsel nebenbei hier die Platzierungen in Form alkoholisierter Landessprache:
1. Приветствия
2. Budmo!
3. Jamas!
4. Genatset!
5. Skål!
6. Ziveli!
7. Serefe!
(man denke sich eine Serife unter dem “s“)
8. Afiyæt oslun!
9. L’Chaim!
10. Zivjeli!
11. Gagimardschoss!
12. Uz veselibu!
13. A sia saide!
14. Skál!
15. Skål!
16. ¡Salud!
17. Gëzuar!
18. Skål!
19. Á votre santé !
20. Viva!
21. Živjeli!
22. Kippis!
23. Prost!
(Na, wer lacht am Besten? Jaah, die Letzten! Selbst Schuld. Wie jedes Jahr.
Tralala, ein bisschen Frieden…)
24. Vivat!
25. Cheers!
Für Fehler dürft ihr diese Seite verklagen. Oder so.
Nachtrag:
Grand-Prix-Finale: Das verdiente Debakel
„Die No Angels schafften das Kunststück, mit ihren Kleidern gleizeitig (sic!) nuttig und tantenhaft auszusehen. Vor allem aber war ihr Auftritt eine tödliche Kombination daraus, die Sache ernst zu nehmen, aber gleichzeitig völlig unambitioniert und leidenschaftslos zu wirken. Die Franzosen und Spanier können wenigstens sagen, sie hätten Spaß gehabt.“(ebd.)
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„Mama, Mama, ich will jetzt endlich zum WGT! Die anderen warten schon“
„Nein, mein Kind, so gehst Du mir nicht aus dem Haus! Wo ist denn Deine Gummimaske und wieso ist der Rock so lang?!“
„Aber Mama, es soll doch nicht jeder meinen Hintern sehen!“
„Schäm Dich! Das gehört nun mal dazu!“
Kommt euch das irgendwie bekannt vor?
Zum vierten Mal verschlug es mich dieses Pfingsten nach Leipzig zum Wave Gotik Treffen (welcher Legastheniker hat sich das eigentlich ausgedacht?). Obwohl nur ein paar Stunden und diese ausschließlich im heidnischen Dorf anwesend, bot sich mir das übliche Bild. Und auch die Menschen, mit denen ich über dieses schöne Thema diskutierte, erzählten mir von unserem überaus geliebten, oben beschriebenen Phänomen. „Üblich“ heißt in diesem Falle zum Beispiel
- einfach halbnackt
- halbnackt mit Tape über den Brustwarzen
- halbnackt in Unterwäsche
- halbnackt in Strumpfhosen und Oberteil (wahlweise auch mit String)
- ganz nackt (mir transparentem Regenmantel).
- mit Gas- oder Gummimaske
- Brustklammern und offener Bluse
- Knebel
- angekettet
- komplett gefesselt
- Schläuchen statt Haaren oder an den Klamotten *click*
- Uniformen zweifelhafter Herkunft
Wahlweise aber auch
Wer einige Exemplare dieser Gattung bewundern möchte, der werfe einen Blick in die Galerien, welche hier zu finden sind.
Und wie so oft fragten wir, die zwar nicht unbedingt völlig unauffällig, dennoch aber zumindest halbwegs praktisch angezogen und gestylt waren, uns, was diese Menschen antreibt. Einige Dinge sind wesentlich skurriler als ästhetisch, um es vorsichtig auszudrücken…
Also:
- Sterben “Schlauchmenschen”, wenn man ihnen auf den Schlauch tritt?
- Haben Maskenträger ansteckende Krankheiten?
- Und wie viele Liter an Speichel laufen ihnen bei der Hitze am Hals entlang, wenn die Belüftung fehlt?
- Muss man, wenn man in den 40ern ist, geknebelt, gefesselt und mit Brustklammern, an denen der dazugehörige Mann rumzieht, bei helllichtem Tage über einen kinderdurchsetzten Markt stromern und stöhnen?!
- Warum tragen maskuline Männer gern rosafarbene, bauchfreie T-Shirts und Miniröcke zu Pfingsten?
- Wissen Cellolitas*, dass ihnen andere Kleider besser ständen?
- In Erinnerung an Charlotte Roche: laufen die “unten ohne-Trägerinnen” heimlich aus?
- Sind Hosen und Röcke heutzutage zu teuer für die Durchschnittsgothin?
- Finden sie es wunderschön und erfrischend bei dem Wetter oder haben sie ein Aufmerksamkeitsdefizit?
- Und warum zum Teufel werden wir anderen das Gefühl nicht los, dass viele von denen den Rest des Jahres über braver aussehen als wir?
* Cellolita, die: kräftig gebaute Frau ab 18 in niedlichen Kleinmädchenkleidchen. Oft mit Hütchen oder Schleifchen auf dem Kopf. Siehe auch Adipositas bei fleischgewordenen Mangafiguren.
Um mich ein wenig einzufühlen, startete ich gestern den Versuch, mich WGTesk zu kleiden. Im Endeffekt muss ich zugeben, dass es sehr gut aussah, auch wenn ich mich mit diesen „Zutaten“ nicht mal zu Pfingsten auf die Straße wagen würde.
- grober Netzcatsuit
- s/w Unterwäsche (sah man ja zur Genüge)
- weiße halterlose Strümpfe über dem Catsuit
- ein Minirock aus Kindertagen, der aufgrund meines Wachstums „mikro“ zu nennen wäre und das halbe Bein dank Zwangsschlitz freigab
- halbklobige Stiefeletten mit Schnalle
- straffer Zopf mit Haarteil
- eine Menge Kajal und 4 verschiedene Lidschattentöne
- eine 2m lange, um den Oberkörper geschlungene Metallkette aus dem Baumarkt
- Patronengürtel
Mit einfachen Mitteln, die man sonst weder kombinieren noch in der Öffentlichkeit tragen würde, schafft man ein Kunstwerk. Oder so. Zumindest würde man damit wohl endlich mal fotografiert werden…
Das Foto ist übrigens nicht gestellt. Ich sah gerade ein wenig verwundert/ irritiert/ verstört in den Spiegel.
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Regenrot ahnte bereits, dass die Musik ihr Leben bestimmen würde. Aber hätte sie sich das SO gedacht?!
Spielregeln: Playlist auf Shuffle stellen
und die entsprechenden Titel einsetzen.
Es darf nichts übersprungen oder ausgelassen werden.
Vorspann
No Relax – El último viaje
Zu deutsch: “Die letzte Reise”. Bezeichnend, nicht wahr?
Geburt
Ska-P – A la mierda
dt: “Haut ab” oder wortwörtlich: “In die Schei…“
Kindheit
Ska-P – Welcome to hell
Autsch…!
Pubertät
Coppelius – 1916
Ein Kriegslied aus Soldatenperspektive… Derjenige ist 16.
…und Verhältnis zu den Eltern in der Zeit
The Locos – Algo Mejor
dt: “Irgendetwas Besseres”
Verlieben
Coppelius – Murders in the Rue Morgue
Schwarze Witwe?!
Das 1. Mal
Los tres Puntos – Punk
Heißt das, es war lustig und dreckig?
Schlussmachen
No Relax – Fuera de control
dt: „Außerhalb der Kontrolle“ Heheheee….
Kampflied
Machine Head – From this Day
“Don’t you test, I’ll have to mess with you“
Job
Slayer – Bloodline
Harrrr, der Refrain beginnt mit den Worten “I’ll kill you and your dreams tonight“!
Freizeit
Letzte Instanz – Egotrip
Man gönnt sich ja sonst nichts.
Politische Einstellung
Sir Veja – When I die
Aktuelle Beziehung
Coppelius – Absinth
“Absinth steigt euch zu Kopfe geschwind. Er springt und lacht dort froh herum und Ihr tut dies bald ebenso – doch nun im Sanatorium.“ Ähem.
Ehe
Coal Chamber – Tragedy
Na toll!
eigener Nachwuchs
Brooklyn Bounce – Club Bizarre
Oh Gott…!
Leben
Atrocity – Cold black days
Überraschung gelungen? Nee, oder?
Enkel
Kimya Dawson – Loose Lips
Passt zum Club Bizarre
Alter
Timo Rautianen und Trio Niskalaukaus – Der gute Mann
Todesszene
Slayer – Treshhold
”I don’t want to see, I don’t want to hear, I don’t want to feel anything…“
Beerdigungslied
The Locos – Malo Juanito
Der armselige Juan, ein bekloppter Türsteher (der endlich mal selber verprügelt wird) also… ist das der Petrusersatz?
Abspann
Ska-P – Esquirol
dt: “Streikbrecher“
„¡Oi! ¡Soy un piquete cabreao!“
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Wir haben wirklich gute (Nachwuchs)musiker im Alternativbereich. Sie haben interessante Ideen, die Texte sind teils nicht übel (bei einigen greift man sich aber nur noch gepflegt an den Kopf) und irgendwie schaffen sie es auch hin und wieder, auf einen Sampler zu kommen oder eine eigene CD aufzunehmen.
Ein Problem bleibt.
Vor allem im Ska- und Punkbereich überkommt mich oft das kalte Grausen. Das Lied beginnt, die Instrumente setzen ein. Es klingt gut. Viel versprechend.
Bis…
Bis der Sänger seine Stimme erhebt und ich mich zum 1000 Mal frage:
Wenn der da halbwegs professionell auftreten darf, warum dann nicht ich? Nicht-singen kann ich auch ganz toll!
Die Stimmen klingen meist unausgefeilt, roh, wenig klangvoll. Überhaupt fehlt ihnen jede Fülle. Sie quietschen einen Text herunter und ich soll mich freuen. Am besten auch noch unmelodiös. Dürfen jetzt nur noch die eigenen Freunde in Bands? Sind gute Stimmen out oder zu schwer zu finden? Und warum zur Hölle habe ich bei gefühlten 30 Bands ein kleines Teufelchen im Hinterkopf, das mir flüstert, dass das jedes Mal derselbe wenig talentierte Kerl sein muss?!
Gestern erst wieder lauschte ich den Tönen der Herren von Coppelius. 5 unterschiedliche Charaktere, 5 ganz unterschiedliche Stimmen – vom Kreischen bis hin zum melodiösen Bariton. Alle 5 klingen auf ihre Weise gut, sind ausgefeilt, man hört ihnen die Übung an. Nicht aber so die Vocals der deutschen Ska-CDs, die ich gerade durchhöre. Gruselig, wirklich gruselig. Von daher überraschte mich gestern auch die Vorband 9 a.m.. Da ich seit langem keine gute regionale Vorband vernahm, war ich recht überrascht, dass der Sänger tatsächlich auch singen (und entertainen) konnte! Der Bassist auch! Hey, es geht ja doch! Nur „leider“ sind 9 a.m. aus dem rockigen Bereich.
Bleibt also weiter nichts, als Ska und Punk aus dem Ausland zu importieren.
¡Seguimos en pie!
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