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Gerade stolperte ich durch Zufall über eine Teeniepage, klickte mich quer durch ihren Freundeskreis und stellte mir nur eine Frage:

Wer hat an eurem Hirn gedreht?!

80% der Bildkommentare decken sich inhaltlich mit „der/ die supasüße X, is echt hammaaaa nett„, alle sind „einfach nua gayl„, Aktionen dagegen „goyl„.

Anscheinend wird bei den lieben Kleinen verbrannt, wer keine „süßäää“ oder „lübää Maus“ ist. Muss wirklich ein schweres Schicksal sein, so als Kulturausländer mit rudimentärem Kommunikationsverständnis. Diese vielen, vielen, vielen, vielen *pardon* Wiederholungen immer gleicher oberflächlicher Wendungen! Und nicht mal verstanden wird man von den anderen Menschen jenseits der 16.

Oder haben sie die Liebe gepachtet? Wie kann eine 12-14jährige 30 erwähnenswerte, allesamt als hübsch betitelte Freundinnen und 15 „mega süüüüße“ Freunde haben? Und nein, das ist keine Schätzung, ich habe nachgezählt… ich habe ihre Gesichter gesehen… Sie bilden Rudel. Sie vermehren sich. Ich… habe… Ansgt! Oh, schon wieder… Angst natürlich. Nicht mehr lange, und auch ich werde den Buchstaben „e“ fast vergessen haben und dann „jedn tag imma gayler aussehn„. Naja, immerhin etwas.

Alles ist in der Generation Mega (und ich dachte, die sei in den 80ern ausgestorben) in irgendeiner Form – logo – „mega x“ – natürlich mit Deppenleerzeichen, deutsche Kinder können ja nicht schreiben. Bekommen die nicht irgendwann Kehlkopfkrebs vom langziehen sämtlicher Namen und meeegaaaa coolen Wörter? Wo laufen all die Cooriiinaaaaas und Rubäääääns denn rum? Und woher haben sie bitte das Geld, um in Läden zu shoppen, die nicht mal ich mir leisten kann (oder will)? Kann man es sich als Eltern leisten, diesen im Freundeskreis als cool verschrieenen Stilabstinenzlern den Arsch mit „Esprit“-Klamotten abzuwischen?! Will man da nicht lieber mit der Zeitung…? An eben genanntem…? Oder wenigstens zum Lesen geben?

Das Schlimme daran ist ja, dass man sich sicher sein kann, sehr böse Schimpftiraden erleiden zu müssen, wenn man ihre Sprachverdummung (nicht gleichzusetzen mit Sprachverrohung, siehe hier: [1], [2], [3]) ein klein wenig kritisiert.

But… what the fuck…?!

Noch ein paar Zitate und deren vermuteter Sinn gefällig?

hamma die nice“ – Sie ist sehr nett.
Ham ihn mega derbzzt doll lieb…“ – Wir mögen ihn sehr.
wia about us“ – Wir über uns
gaaaaanz vielä diggä schmatzaas“ – viele Küsse
unsara“ – unserer
x-mas parddy“ – Weihnachtsfeier

Entschuldischt bittä diesn nich so gaylen Blogg eintrag, aba die gören steckn müch so an mit ihrm gelaba. Hab eusch allä lüb. Ehrlisch!


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Der Lengefelder Tod ist zu Besuch – na toll!

22:35
Ein Mittwoch wie im Bilderbuch:
Mein Ghetto lebt, die Kids grölen, die geöffneten Fenster mimen Luftdurchlass und ich sitze brav am Schreibtisch und beantworte Fragen nach Präsuppositionen und Kochrezepten.
Die fröhlich blinkende und pfeifende Autoalarmanlage von gegenüber verstummt, das Fenster muss dennoch in Startposition zurückversetzt werden.

22:35 und 16 Sekunden
Das Fenster ist zu, ich sitze.

22:36 und 17 Sekunden
Eine Schnake fliegt direkt vor meinem Gesicht über meinen Arbeitspapieren herum.

22:36 und 18 Sekunden
EKEL!!!

22:37
Sie (Oder er? Der Mückerich?) verschwindet aus meinem Blickfeld.
Eine Waffe muss her!
Das Anritzen (Schere tot?!) einer Milchtüte (was leert man auch den Papierkorb in der Mückensaison?! *argh*) beginnt (ich ekele mich auch vor Insektenkörperflüssigkeiten), wird aber aufgrund der nicht ganz leeren Packung wieder aufgegeben.

22:38
Wie gut, dass es die Onkelz gibt. Naja, gab. Ihr Shirt soll meine Panzerung sein!

22:43
Ein dritter Angriff!
Erwische den Feind mit der gefährlich gluckernden Milchpackung!
Naja, oder auch nicht?
Hinfort geflogen ist er wohl nicht.
Dennoch:
Obwohl er weder am Schreibtisch noch am Tetrapack klebt, ist er verschwunden.

22:49
Schnake in Sicht! Verfolgung mit Milchpackung und Ekelquietschen, das Miststück verschwindet wieder im Nirwana.
Die Paranoia beginnt!

22:53
Habe soeben 4 Kerzen für das Insekt angezündet und einen reichlichen Meter entfernt aufgestellt.
Der Rückweg gestaltete sich in quietschender und trippelnder Manier (mal wieder…).

22:58
Die Alarmanlage erschallt ein drittes Mal.
Hektisches Umsehen nach der Schnake.

23:08
Es ist verdächtig ruhig.
Sollte vielleicht…? Zwischen den Kaffeebohnen im Kerzenteller…?
Brennnnn, Hexe, brennnnnn! Huch… das war doch nicht so gemeint…!

23:09
Mit entschlossener Miene will ich aufs Bett springen (weißes Laken gewährt Schutz!), um die Kerzen näher inspizieren zu können.

23:10
Ein verdächtiges Geräusch hinter mir! Nichts zu sehen.
Nebengedanke: warum vergeht die Zeit so schnell?!

23:11
Sag ich doch! *angst*
Raubt mir der Feind Verstand oder Zeit?!

23:12
Sprung aufs Bett (mit vorherigem Sicherheitspusten)!
Begutachtung der Kerzen: tief sitzender schwarzer Klumpen ist aufgrund des Beinmangels wohl nicht der Gesuchte.

23:13 bis 14
Hmmmm…

23:15
Die Kids sind wohl schon im Bett.
Oder die Schnake hat sie gefressen.
Was soll’s, auch kein Verlust.

23:16
Ein Drehstuhl ist kein Büromöbel sondern ein taktisch kluger Beobachtungsposten!
Ein Miniinsekt segelt an mir vorbei.
Patsch!
Nun klebt es auf meinem Fragenkatalog.
War es ein Späher?

23:17
Lösche das Licht, um den Feind zu verwirren.

23:18
Neben dem extra hierfür übergestreiften Bandshirt folgt zur Mürbemachung ein Lied der „Böhsen Onkelz“. Der Mückerich soll nur kommen, I am evil! (Muss man das jetzt auch mit „h“ schreiben? ;) )

23:22
Beende das Lesen eines Artikels über „Deppenleerzeichen“ und fühle mich in meinem Urteil über „Recht Schreibdeppen“ und „Voll Milch Tüten“-Besitzer bestätigt.
Das dabei störende Geräusch aus Kerzenrichtung stand leider nicht für den gewünschten Erfolg.

23:24 Habe nach fast einer Stunde keine Lust mehr auf Paranoia.
Doofe Schnake!

23:27
Entdecke bei Wikipedia den Hinweis auf weitere kuriose Decknamen des Feindes. Bohrhammel, Speckfresser, Schneider-Wibbel, Lengefelder Tod – ich bin begeistert!

23:28
Denke noch mal über den schon verworfenen Vorschlag meines Freundes nach, die Tipulida zu vergiften (man könnte es auch in Sprühdeo ertränken nennen).
Höre dabei Queen: Another one bites the dust.

23:30
Wiki verrät: Der Feind hat Sollbruchstellen an den Beinen.
*hrhr*

23:35
Entdecke wunderschöne Bilder eines geflügelten Verbündeten.

23:36
Aufgrund fortschreitender Müdigkeit formt sich eine wirre Idee in mir: Kann mein Rabentattoo mich beschützen?

23:50
Man verspricht mir einen persönlichen Jäger! …wenn die Mückenaktionszeit eh vorbei ist (Männer…!)

00:15
Erstaunlicherweise ist es immer noch ruhig.

00:27
Trotz Unwissen über Verbleib und Wohlergehen, mache ich mich auf den Weg ins Bett.
Aber das Onkelzshirt bleibt an.
Nur zur Sicherheit. ;)

Morgens, halb 10 (jaja, in Deutschland)
Treffe den Feind im Bad…

.

Ich hasse Schuhe.

Doch Genius, der ich bin, habe ich das ultimative Konzept entworfen. Denn Schuhe sind nicht nur ein Laster der Gattung Frau, welches ich nie nachvollziehen konnte, nein, sie sind auch noch heimtückisch. Mit Pilzen übersät, deren Übertragung auf Schuhe ich mir nur bei Hardcorefetischistinnen vorstellen kann (und selbst das wird leicht eklig), sitzen sie heimtückisch in den Regalen dieser Welt und warten darauf, Wesen der Spezies „Sex in the City auf Beinen“ unglücklich zu machen.

Was bieten heutige Schuhläden denn? Überteuerte Produkte, deren Design aus der IKEA-Kinderabteilung stammen könnte – nein, Moment, die IKEA-Kinderabteilung mag ich – sagen wir also liebevoll: der untersten Schublade, werfen gierig ihre Schnürsenkel wie Stolperfallen in den Raum, hinterhältige Absätze verstecken ihre Stachel und präsentieren sich niedlich und verspielt als „sexy Highheels“ (von „to bring heel“ -> „unterwerfen“).

In Wahrheit jedoch wurden sie geschaffen, um die Frau an sich hinter den Herd zurückzudrängen. Warum sonst gelten hohe, elegante Schuhe als karrierefördernd? Richtig! So erspart man(n) sich die Ausrede, den hübschen Ausschnitt zwischen dem ewig quasselndem Mund und dem nicht ganz so runden Hintern zu feuern. Diese Monster der Leder- und Textilindustrie verführen nun zum hemmungslosen Umknicken, schleichen sich gar bis zum Rücken hoch, indem sie die Wirbelsäule durch die ziemlich heiße Fehlhaltung (*rrr*) quälen. Ganz zu schweigen von diversen krankhaft-niedlichen Veränderungen des Fußes, den lustigen Muskelüberlastungen und -verkürzungen und der verschlechterten Durchblutung (auch edle Blässe genannt) der Beine.

Was sollte frau denn nun anderes tun, als in dicken Socken schweigend durchs Haus zu schleichen und sich um Dinge zu kümmern, die ihr weniger schaden – wie abwaschen, den Boden wischen oder den fetten Kerl auf der Couch zu füttern, der leider ob seiner Abendserien gerade verhindert ist? Sie sind Gefangene ihrer Sucht, die sie Stück für Stück auffrisst – mit den Füßen beginnend… *schauder*

Meinen Geniestreich werde ich an dieser Stelle natürlich nicht ausführlich verraten. Nur soviel sei gesagt: nach einigen komplizierten Zwischenschritten kommt man auf eine doch recht simple Formel.
Hat man nun ihr zufolge die vielen Ausstiegssversuche erfolglos unternommen, den hässlichen Modellen in den Läden dieser Welt einen schnuckeligen Schrank gegönnt und ist dennoch nicht glücklich, schraube man ganz einfach den eigenen Intellekt und den Anspruch an den zukünftigen (natürlich wohlhabenden) Partner zurück und erfreue sich an handgefertigten Ledertretern aus feinstem Kälbchenrücken.
Natürlich handerwürgt.

Die Parallele zu den Illuminati in meiner geheimen Formel ist übrigens rein zufällig. Ganz sicher. Was wir auch tun, wohin wir gehen, die Illuminaten sind im System… *leise sing*
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